Große Mengen von Wäsche werden täglich in Großwäscherein gewaschen. In Nordenham ist nun ein Teil verschwunden.

Große Mengen von Wäsche werden täglich in Großwäscherein gewaschen. In Nordenham ist nun ein Teil verschwunden.

Foto: dpa

Wesermarsch

Erbstück verloren: Nordenhamerin sucht jahrzehntealte Tischdecke

Von Ellen Reim
3. August 2017 // 19:11

Nach rund 100 Telefongesprächen und umfangreichen Recherchearbeiten ist der Gang in die Öffentlichkeit die letzte Hoffnung für Margarete Hilgen. Sie möchte ein für sie kostbares Erbstück wiederfinden. Am 10. Juli hat die ehemalige Lehrerin des Gymnasiums eine Tischdecke in der Wäscherei des CVJM-Sozialwerkes Wesermarsch abgegeben – am 17. Juli wurde ihr der Verlust gemeldet.

Hoher emotionaler Wert

Geschockt und sehr traurig sei sie an diesem Tag gewesen, erklärt Margarete Hilgen. „Denn diese Tischdecke hat für unsere Familie einen sehr hohen emotionalen Wert.“ Das wissen auch Bärbel Dettmar und Janine Dieckmeyer vom CVJM, die gleichfalls mit aller Kraft bemüht sind, die Tischdecke wiederzufinden.

Falsch beschildert

„Jedes Teil bekommt in der Wäscherei ein Siegel. Das wurde falsch angebracht und hat sich beim Waschen gelöst. Wahrscheinlich wurde die Tischdecke dann einer anderen Person fälschlicherweise ausgehändigt“, bedauert Janine Dieckmeyer. „Wir haben die Decke am 1. Juli zur Hochzeit unserer Tochter genutzt. Und danach wollte ich sie professionell reinigen lassen. Normalerweise mache ich das selbst“, sagt die Besitzerin.

Aus der Aussteuer

Im Jahr 1925 hatte die Tischdecke zur Aussteuer der Großmutter von Margarete Hilgen gehört. „Die haben ihre Brüder damals bezahlt“, berichtet sie. Am 27. März 1945 ist die Tischdecke bei einem Angriff im Zweiten Weltkrieg in einem Koffer gerettet worden, als Paderborn in Flammen stand.

Elternhaus ausgebrannt

„Meine Mutter hat damals in einer Apotheke gearbeitet und hat in der brennenden Stadt im Keller einer Kirche überlebt. Als sie nach Hause gehen wollte, kam ihr ein Freund des Großvaters entgegen und erklärte ihr, dass das Elternhaus abgebrannt sei und keiner überlebt habe. In der Hand hatte der Mann zwei Koffer aus dem Haus – in einem befand sich die Tischdecke.“

Kunden sollen im Schrank suchen

Rund 4500 Kunden hat das Sozialwerk Wesermarsch im Umfeld der Wäscherei – rund 140 kommen im betreffenden Zeitraum dafür in Frage, dass sie die Tischdecke fälschlicherweise mitgenommen haben. Wer sie am Monogramm mit den zwei kleinen „m“ erkennt, kann sich im „Bunten Laden“ melden, kann aber auch Janine Dieckmeyer (04731/938922) oder in der CVJM-Zentrale (04731/96910) anrufen. „Ich wäre sehr glücklich und erleichtert, wenn sich ein Finder meldet“, sagt Margarete Hilgen.

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