Annegret Martens gibt Einblick in die Langwarder Kirche.

Annegret Martens gibt Einblick in die Langwarder Kirche.

Foto: Nicole Böning

Wesermarsch

Langwarder Kirche: Die Spuren der Jahrhunderte

20. April 2021 // 11:17

Viele Menschen haben die Geschichte der Kirchengemeinde geprägt – Annegret Martens aus Ruhwarden erzählt ihre Geschichten.

Die Bedeutung liegt in der Geschichte

Es gibt kaum jemand Besseren als die Ruhwarderin Annegret Martens, um ein Gespür für die Bedeutung der Langwarder Kirche St. Laurentius zu vermitteln. Als Butjenter Urgestein, Gästeführerin, Ehrenmitglied im Rüstringer Heimatbund und Mitglied im Gemeindekirchenrat hat sie alle Fakten und Daten parat.

Persönlich beührt

Sie kann die Vergangenheit der Kirche mit der Dorfentwicklung, mit Kriegswirren und archäologischen Funden verknüpfen. Aber nicht nur ihr Wissen beeindruckt, auch die Art und Weise, wie es verpackt ist: Die Kirche berührt sie persönlich. Viele Ereignisse ihres Lebens sind eng mit der Kirche verknüpft. Gute wie schmerzhafte.

Die Kirche in Zahlen

  • Im Jahr 1468 entsteht der erste separat stehende Glockenturm auf dem heutigen Parkplatz, der 1903 seinen Dienst quittierte. Darin hing die ebenfalls 1468 vom Bremer Glockengießer Gerth Klinghe gegossene Marienglocke.
  • Um 1550 herum erreicht die Reformation Butjadingen. Zu den Überbleibseln der Zeit als katholische Kirche gehört der hölzerne Tabernakel links neben dem Altar, in dem die geweihten Hostien aufbewahrt wurden. Der Beichtstuhl - eine eigentlich katholische Erfindung - wurde allerdings später gebaut und geht auf Melchior Meyer zurück: So wurde eine Marotte des evangelischen Pastors zu einem besonderen Kennzeichen der Kirche.
  • Von 1636 bis zu seinen Tod am 10. März 1668 war Melchior Meyer Pastor in Langwarden. In seine Zeit fiel die Inneneinrichtung der Kirche, die vorher als ehemalige Handelskirche karg eingerichtet war. Er ist heute noch sehr präsent und hat sogar eine eigene Altarfigur.
  • 1650/51 baut Harmen Kröger aus Berne die Springladenorgel.
  • 1652 baute Onno Dierksen den Altar.
  • 1711 wurde ein kleines Türmchen als Dachreiter errichtet. Es ist heute noch bekannt, obwohl es 1900 zum zweiten Mal von einem Blitz zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde: Es diente Carl Friedrich Gauß 1825 auf besondere Weise bei der Vermessung des Nordens.
  • 1723 wurde die Gedenktafel an die große Weihnachtssturmflut im Jahr 1717 angefertigt, die heute an der Nordseite der Kirche hängt. 260 Menschen kamen während der Flut in der Gemeinde ums Leben.
  • 1902 wurde der jetzige 47 Meter hohe Kirch- und Glockenturm eingeweiht. Am 17. Mai 1903 erklang die Marienglocke erstmals an diesem Ort.
  • 1930 bekommt die Marienglocke einen Riss, wird für 3000 Mark an das Land Oldenburg verkauft. Über Umwege kam sie zurück und genießt heute ihren Ruhestand neben der Kirche.

Mehr zur Langwarder Kirche und zu Annegret Martens lest ihr am heutigen Dienstag in der Kreiszeitung Wesermarsch.

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