Handwerker aus Stade haben die untere Stufe der Treppe der Nordenhamerin Hela de Reuter aus der Ostpreußenstraße zerlegt und neu gepflastert. Die Rentnerin habe dem nicht zugestimmt, sagt die 90-Jährige. Sie hat 220 Euro gezahlt.

Handwerker aus Stade haben die untere Stufe der Treppe der Nordenhamerin Hela de Reuter aus der Ostpreußenstraße zerlegt und neu gepflastert. Die Rentnerin habe dem nicht zugestimmt, sagt die 90-Jährige. Sie hat 220 Euro gezahlt.

Foto: Nobel

Wesermarsch

Wanderarbeiter in Nordenham: Polizei arbeitet den Fall auf

Von Laura Nobel
4. Mai 2018 // 19:30

In der vergangenen Woche berichteten wir über Hela de Reuter aus der Ostpreußenstraße in Großensiel. Die Seniorin hatte am 21. April unangekündigten Besuch von Wanderhandwerkern bekommen, die Pfuscharbeiten an ihrer Eingangstreppe vornahmen. Gegen ihren Willen, wie die 90-Jährige nord24 sagte. Viele Leser konnten das Handeln der Polizei nicht verstehen, die damals keinen strafrechtlichen Hintergrund sah.

Beamte hatten eine Einigung festgestellt

„Wir sind dabei, den Fall in der Ostpreußenstraße noch einmal aufzuarbeiten“, sagt Matthias Ahlers, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Nordenhamer Polizei. Er sei in Kontakt mit Hela de Reuter. „Die Beamten entscheiden auf der Basis dessen, was sie vor Ort sehen und hören.“ So hätten die Beamten eine Einigung zwischen den Handwerkern und der Rentnerin festgestellt. „Natürlich sind wir alle nur Menschen und können Fehler machen“, sagt Matthias Ahlers. Das soll jetzt geprüft werden.

Ähnlicher Fall in Jever

Auch in Jever hat es in der vergangenen Woche einen solchen Fall gegeben. Auch hier erhielt eine Seniorin unangekündigten Besuch von drei Männern, die mit einem Fahrzeug aus Stade unterwegs waren. Sie überredeten die überraschte ältere Dame dazu, Reinigungsarbeiten an ihrer Auffahrt einzuwilligen. Anschließend wollten sie rund 400 Euro dafür haben.

Ermittlungsverfahren in Jever

Als die Seniorin den hohen Betrag nicht zahlen wollte und sich die Männer trotz mehrfacher Aufforderung nicht vom Grundstück entfernten, wurde die Polizei hinzugerufen. Die Beamten leiteten gegen die drei Männer ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Betrugs ein.

Gesundes Maß an Misstrauen

Matthias Ahlers warnt davor, auf Angebote an der Haustür einzugehen. „Man sollte immer ein gesundes Maß an Misstrauen haben und nicht vorschnell handeln“, sagt er. Im Zweifelsfall solle man die Polizei verständigen. „In der Ostpreußenstraße ist es nicht besonders glücklich gelaufen. Aber das bedeutet nicht, dass man jetzt denken muss: Die Polizei kümmert sich nicht“, betont der Beamte. „Im Gegenteil: Wir werden bei solchen Fällen in Zukunft besonders aufmerksam sein.“

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