Mit durchschnittlich 250 Fällen von häuslicher Gewalt - fast immer gegen Frauen - befasst sich die Beratungsstelle in der Wesermarsch

Mit durchschnittlich 250 Fällen von häuslicher Gewalt - fast immer gegen Frauen - befasst sich die Beratungsstelle in der Wesermarsch

Foto: Symbolfoto: dpa

Wesermarsch

Wesermarsch: 250 Frauen pro Jahr werden Opfer häuslicher Gewalt

Von Ellen Reim
11. August 2017 // 18:30

Jahr für Jahr betreut die Beratungsstelle LaWeGa in Nordenham und der Wesermarsch rund 250 Fälle von häuslicher Gewalt – in mehr als 95 Prozent der Fälle gegen Frauen. Das berichtet die Kreisverwaltung. Sie geht von einer höheren Dunkelziffer aus. Die Einrichtung eines Frauenhauses ist dennoch nicht geplant.

Frauenhaus gibt es nicht

Ein Frauenhaus, in dem bedrohte Frauen mit ihren Kindern Zuflucht finden können, gibt es in der Wesermarsch nicht. Bei Bedarf können Wesermarsch-Frauen in Bremerhaven, Delmenhorst, Oldenburg oder Bremen Zuflucht finden. 2016 sollen es, so hat eine Befragung der Kreisverwaltung erbracht, sechs Frauen gewesen sein.

Frauenhaus in der Wesermarsch nicht geplant

„Derzeit ist die Einrichtung eines Frauenhauses in der Wesermarsch von seiten der Kreisverwaltung nicht geplant“, heißt es in der Berichtsvorlage. Zwar würden Plätze benötigt, doch gelte auch: „In ländlichen Gebieten sind die Möglichkeiten, ein Frauenhaus als Zuflucht möglichst anonym – und damit für die Bewohnerinnen sicher – zu halten, nicht so gegeben wie im urbanen Raum.“

Sicherheit wäre kaum zu gewährleisten

Soll heißen: In so kleinen Städten und Gemeinden wie die Wesermarsch sie hat, würde sich vermutlich schnell herumsprechen, wo sich ein örtliches Frauenhaus befindet. Dann wäre die Sicherheit der Bewohnerinnen nicht mehr gewährleistet.

Hohe Dunkelziffer befürchtet

Mit etwa 250 Fällen pro Jahr aus der Wesermarsch befasst sich LaWeGa. „Das sind nur die Fälle, die auch bekannt wurden. Die Dunkelziffer, also Fälle, die nicht an die Polizei oder zu LaWeGa gelangen, ist noch höher“, heißt es in dem Papier der Kreisverwaltung. Kenntnis von Gewalt erhalten die Beraterinnen auf unterschiedlichen Wegen. LaWeGa bekommt von der Polizei die Berichte, wenn Frauen (und in weitaus kleinerer Zahl Männer) Gewalt melden. Die Beratungsstelle nimmt dann Kontakt zu den Betroffenen auf. Außerdem befasst sie sich mit den Fällen, in denen Frauen sich von sich aus direkt an die Beratungsstelle wenden.

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