Struppiges Gefieder, apathischer Blick – so sieht eine Amsel aus, wenn sie am Usutu-Virus erkrankt ist. Eine Infektionsgefahr besteht für den Menschen vermutlich nicht. Experten warnen dennoch davor, das Tier mit den bloßen Händen anzufassen.

Struppiges Gefieder, apathischer Blick – so sieht eine Amsel aus, wenn sie am Usutu-Virus erkrankt ist. Eine Infektionsgefahr besteht für den Menschen vermutlich nicht. Experten warnen dennoch davor, das Tier mit den bloßen Händen anzufassen.

Foto: Gerten/dpa

Wesermarsch

Wesermarsch: Afrikanisches Virus setzt Amseln heftig zu

Von Timo Kühnemuth
27. August 2018 // 19:30

Viele Medien haben in den letzten Tagen vom großen Amselsterben berichtet. Die Tiere würden vermutlich durch das Usutu-Virus sterben. Stirbt hier etwa eine der bekanntesten heimischen Vogelarten aus? „Mit Sicherheit nicht“, sagt Hiltrud Schrandt vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves).

Virus grassiert zur Sommerzeit

„Das Virus grassiert immer zur Sommerzeit – also dann, wenn auch die Mückenzeit ist“, erläutert Hildtrud Schrandt. Je wärmer der Sommer ist, desto mehr Mücken und damit registrierte Usutu-Virus-Fälle gibt es. „Im vergangenen Jahr gab es deshalb weniger Fälle. Der Sommer verlief vergleichsweise kühl und nass“, sagt Hildtrud Schrandt.

Mehrere bestätigte Fälle

Jetzt, da es wochenlang trocken und heiß war, seien natürlich deutlich mehr Mücken und damit Virus-Überträger als im Vorjahr unterwegs. Das Laves habe bereits einige Amseln untersucht, bei denen es das Usutu-Virus nachweisen konnte.

"Amseln werden nicht aussterben"

"Das Virus ist in der Population vorhanden, und es sterben auch Amseln daran. Es kann aber nicht die Rede davon sein, dass die Amseln aussterben“, betont Hildtrud Schrandt. Amseln, die erkrankt sind, haben ein struppiges Gefieder und einen apathischen Blick. Sie verdrehen den Kopf und fliehen nicht mehr, wenn Gefahr droht.

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