Die Stadthalle Friedeburg in Nordenham muss dringend saniert werden. Das könnte fast eine Million Euro kosten.

Die Stadthalle Friedeburg in Nordenham muss dringend saniert werden. Das könnte fast eine Million Euro kosten.

Foto: Lorenz

Wesermarsch

Wird die Stadthalle Friedeburg in Nordenham zugemacht?

Von Frank Lorenz
25. August 2017 // 18:30

Als „Liste des Schreckens“ bezeichnete SPD-Ratsfraktionschef Wilfried Fugel die Aufzählung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen in der Friedeburg. Insgesamt könnten in den nächsten Jahren Kosten von knapp einer Million Euro auf die Stadt zukommen, um das Stadthallen-Gebäude zu erhalten und fit zu machen für die Zukunft.

Schlimmster Fall: Die Friedeburg wird zugemacht

Die sinkenden Gästezahlen veranlassten Fugel zu der Aussage: „Wir müssen uns über die Zukunft Gedanken machen. Und da darf es keine Tabus geben.“ Das könnte im schlimmsten Fall bedeuten: Die Friedeburg wird zugemacht.

Etliche Reparaturen nötig

Der Ausschuss für Sport, Freizeit und Kultur tagte am Donnerstagabend im großen Saal der Friedeburg. Denn die Mitglieder wollten sich vor Ort ein Bild machen vom Zustand des Gebäudes. Und dieser ist – gelinde gesagt – schlecht. Während Hallenmeister Helmut Dietrich die Politiker durch die Katakomben und um das Gebäude herumführte, blieb er alle paar Meter stehen und schilderte notwendige Reparaturen. Die Kostenaufstellung, die die Ausschussmitglieder vorgelegt bekamen, beläuft sich auf rund 910.000 Euro. „Und die Liste ist nicht vollständig“, betonte Helmut Dietrich.

Braucht man noch eine Großbühne?

SPD-Fraktionschef Wilfried Fugel stellte zur Debatte, ob die Friedeburg als sogenannte Großbühne in ihrer jetzigen Betriebsform zukunftsfähig sei. „Können wir es uns beispielsweise noch leisten, Theaterproduktionen hierher zu holen? Und braucht man dafür eine Großbühne mit der hier verbauten Technik?“, fragte Fugel. Man müsse nun Daten und Fakten zur Friedeburg sammeln, um daraus Beschlussvorschläge zu entwickeln. „Da darf es keine Tabus geben. Also muss man auch über eine Privatisierung der Friedeburg nachdenken“, so der SPD-Politiker.

Mehr Veranstaltungen nur nach Sanierung

Der Leiter des Amtes für Freizeit und Bildung, Jens Freese, konterte: „Wenn wir mehr Veranstaltungen nach Nordenham holen wollen, müssen wir in die Friedeburg investieren. Sie ist die einzige Großbühne in der Wesermarsch.“ Es sei allerdings schwierig, in einer Stadt mit einer Reihe anderer Veranstaltungsräume eine dauerhaft gute Auslastung zu gewährleisten.

Status wichtig für Buchungen

Für einige Ausschussmitglieder stellte sich daraufhin die Frage, ob man nicht die Friedeburg-Bühne schließen könne und bei Bedarf eine mobile Bühne im Zuschauerraum aufbauen könne. „Dann wären wir keine Großbühne mehr“, erklärte Jens Freese. Ohne den Status Großbühne wiederum gäbe es aber gut 60 Prozent weniger Veranstaltungen im Saal als bisher schon.

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