Strommasten

Um den Windstrom von Nord nach Süd zu transportieren, müssen neue Stromleitungen gebaut werden. Foto Seeger/dpa

Foto: Foto Scheschonka

Windkraft

Stromautobahnen werden später fertig

Von Christoph Barth
8. Juni 2016 // 08:00

Die für die Energiewende notwendigen Strom-Autobahnen von Nord- nach Süddeutschland verzögern sich durch die geplante unterirdische Verlegung voraussichtlich um mehrere Jahre. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur hervor.  Danach wird die sogenannte Suedlink-Trasse - die 800 Kilometer lange "Hauptschlagader" der Energiewende - von Norddeutschland nach Bayern und weiter nach Baden-Württemberg erst 2025 fertig, drei Jahre später als bisher geplant. Genauso sieht es beim Korridor A aus, einer Leitung von Emden ins nordrhein-westfälische Meerbusch-Osterath. Ursprünglich sollten die Nord-Süd-Leitungen fertig sein, wenn die letzten deutschen Atomkraftwerke 2022 vom Netz gehen.

Widerstand in der Bevölkerung

Mit dem Plan für eine unterirdische Verlegung reagierte die Bundesregierung auf Widerstände in der Bevölkerung gegen die neuen Stromleitungen.    Die Stromautobahnen sind nötig, um Windstrom aus Nord- und Ostdeutschland in die Industriezentren im Süden zu transportieren.

"Klar, planbar, verlässlich"

Zur Eröffnung der Fachkonferenz "Windforce 2016" in Bremen hat der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer (SPD), den begrenzten Ausbau der Offshore-Windenergie verteidigt. "Wir verfolgen eine klare, planbare und verlässliche Ausbaupolitik", sagte er. Die von der Industrie geforderte Installation von mehr als 15 Gigawatt Leistung auf See bis 2030 "würde uns überfordern".  Strom müsse auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Zurzeit sind rund 3,3 Gigawatt im deutschen Teil von Nord- und Ostsee installiert.

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