Peter Sander

Airbus-Manager Peter Sander zeigt eine mit dem 3-D-Drucker hergestellte Flügelklappe.

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Wirtschaft

Airbus produziert mit dem 3-D-Drucker

Von nord24
20. Januar 2016 // 13:30

Europas größter Flugzeughersteller setzt jetzt 3-D-Drucker in der Fertigung ein und mit dem industriellen Einsatz dieser Technologie in Varel eine neue Ära der Produktionstechnik eingeläutet. Bisher hat Airbus Bauteile komplett von Zulieferern bezogen, nun werden zunächst doppelwandige Benzinrohre aus Titan gedruckt. "Das ist ein echter Meilenstein, zumal sich die Kosten dadurch halbieren", sagte Airbus-Manager Peter Sander bei einem Medienseminar in Hannover.

Premium Aerotec stellt die bisher aus Guss produzierten Rohre her

Nach Angaben des für Zukunftstechnologien zuständigen Managers stellt die Airbus-Tochter Premium Aerotec die bisher aus Guss produzierten Rohre her. "Wir sind in Serie gegangen", sagte Sander. Ab Mitte 2016 will Europas größter Flugzeugbauer auch Bauteile aus Edelstahl herstellen. 2017 sollen Bauteile aus Aluminium folgen. Eine auf einer Messe in Las Vegas per 3-D-Druck produzierte Flugzeug-Trennwand von 2,10 Metern Länge soll dann aus einem Stück hergestellt werden. Dazu gibt es auch Gespräche mit dem Hersteller eines extrem leistungsstarken Prototypen in Südafrika, der 2,10 Meter große Stücke produzieren kann. Sander: "Die Drucker werden permanent größter und doppelt so schnell."

Airbus beginnt mit der Ausbildung der ersten 55 Ingenieure

Für das neue Verfahren habe die Ausbildung der ersten 55 Ingenieure bereits begonnen. Neben dem 3-D-Druck, bei dem die Strukturen Schicht für Schicht aufgebaut werden, soll auch Bionik künftig stärker zum Einsatz kommen. Sie ahmt Strukturen aus der Natur industriell nach. Nach Sanders Angaben halbiert sich dabei das Gewicht der Teile. "Der 3-D-Druck wird massiv nicht nur unsere Produkte ändern, sondern auch zu völlig veränderten Geschäftsmodellen führen", sagte der Manager. Er ist überzeugt: "Metall wird wieder konkurrenzfähig zur Kunstfaser." Airbus hat sein Zentrum für die anspruchsvolle Kunstfaser-Produktion in Stade.

Fast 40.000 Jobs hängen in Niedersachsen von der Luft- und Raumfahrtindustrie ab

Nach Angaben der Niedersachsen Aviation, einer landeseigenen Initiative zur Unterstützung der Luft- und Raumfahrtindustrie, hängen in Niedersachsen fast 40.000 Jobs von der Luft- und Raumfahrtindustrie ab. Mit 250 meist mittelständischen Betrieben ist in Niedersachsen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Hannover ein Viertel der Branche angesiedelt. Im Großraum Bremen sind weitere Unternehmen ansässig. Allein Airbus beschäftigt dort inklusive Leiharbeitern mehr als 5400 Mitarbeiter. In Niedersachsen sind es gruppenweit 7000 Beschäftigte.

Industrie soll weiter komplette Flugzeuge bauen können

Niedersachsen beschreitet in der Technologieförderung seit 2015 neue Wege in der Luftfahrt. Oberstes Ziel ist, der Industrie die Systemfähigkeit zu erhalten, also die Fähigkeit, komplette Flugzeuge zu bauen. Dabei werden auch neue Techniken wie der 3-D-Druck erprobt. 

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