Die strengen Kontakt-Auflagen wegen der Corona-Krise lassen offensichtlich den Markt für heimisches Sexspielzeug und Kondome boomen. Auch der Kondomhersteller „Ritex“ aus Bielefeld verzeichnet deutlich mehr Umsatz.

Die strengen Kontakt-Auflagen wegen der Corona-Krise lassen offensichtlich den Markt für heimisches Sexspielzeug und Kondome boomen. Auch der Kondomhersteller „Ritex“ aus Bielefeld verzeichnet deutlich mehr Umsatz.

Foto: Oliver Berg/dpa

Wirtschaft

Hamsterkäufe bei Kondomen nur zu Beginn der Pandemie

Von Christina Sticht
2. Juni 2020 // 20:30

Die Deutschen haben sich zu Beginn der Corona-Krise nicht nur mit Klopapier und Nudeln, sondern auch mit Kondomen eingedeckt. Der Kondom-Hersteller Ritex aus Bielefeld zum Beispiel meldete für den März eine Verdoppelung des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahresmonat. Waren dies nur Hamsterkäufe oder haben Paare häufiger Sex, weil sie coronabedingt mehr Zeit zu Hause verbringen? Und verzichten Singles wegen der Abstandsregel auf intime Verabredungen?

Am Anfang schnellten die Verkaufszahlen hoch

Studien zu Sex während der Corona-Pandemie gibt es noch nicht, doch die Verkaufszahlen der drei Hersteller in Deutschland geben einige Hinweise. In Sarstedt südlich von Hannover läuft die Produktion bei CPR rund um die Uhr, pro Sekunde werden etwa acht Kondome produziert. Insgesamt 7000 Glasformen werden in flüssigen Kautschuk getaucht, der Latexfilm setzt sich an den Gläsern ab und wird fest. Zum Schluss werden die Gummis mit Bürsten abgestreift, gewaschen und verpackt.

Keine Lieferschwierigkeiten auf deutschem Markt

Das Unternehmen produziert Eigenmarken für Drogerie- und Lebensmittelmärkte und hat einen eigenen Online-Shop. „Dort merken wir seit Corona eine gestiegene Nachfrage, dafür ist die Prostitution komplett weggebrochen“, berichtet CPR-Geschäftsführer Michael Kesselring. Nach seiner Einschätzung macht der käufliche Sex rund 20 Prozent des Kondommarktes in Deutschland aus. Lieferschwierigkeiten für den deutschen Markt sieht er derzeit nicht. Dagegen könnten die Produktionsstätten in Asien wegen der Corona-Pandemie Probleme bekommen. „Dort wird vor allem für die Entwicklungshilfe produziert.“

Wie sich das Sexualleben in Zeiten von Corona verändert hat, lest ihr auf norderlesen.de.

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