Das Microsoft-Logo ist am Firmengebäude in Bellevue zu sehen

Es gibt Probleme mit der Software Exchange Server von Microsoft.

Foto: Toby Scott/dpa/SOPA Images via ZUMA Wire

Wirtschaft

Zehntausende E-Mail-Server wegen Microsoft-Lücke gehackt

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Von nord24
8. März 2021 // 10:15

Wegen einer vor wenigen Tagen bekanntgewordenen Sicherheitslücke sind laut US-Medienberichten weltweit Zehntausende E-Mail-Server von Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen Opfer von Hacker-Attacken geworden.

Sicherheitsupdate ist verfügbar

Für die Schwachstelle in Microsofts Software Exchange Server gibt es seit vergangenem Mittwoch zwar ein Sicherheitsupdate. Es muss aber erst von den Kunden selbst installiert werden. Am Freitag ermahnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Tausende deutsche Unternehmen, die Lücke schnell zu stopfen.

Mehr als 250.000 Opfer denkbar

Die Angaben zur Zahl der Betroffenen gingen in den Berichten weit auseinander. Weltweit könne es mehr als 250.000 Opfer geben, schrieb das „Wall Street Journal“ am Wochenende unter Berufung auf eine informierte Person.

IT-Sicherheitsforscher werden auf Angreifer aufmerksam

Microsoft wurde auf die Sicherheitslücken von IT-Sicherheitsforschern aufmerksam gemacht. Die Angreifer hätten anfangs wenige Ziele ausgesucht, seien zum Schluss aber dazu übergegangen, automatisiert in großem Stil Zehntausende E-Mail-Server täglich mit Hintertüren zu versehen, sagte der Chef der IT-Sicherheitsfirma Volexity, Steven Adair.

Deutsche Unternehmen möglicherweise stark betroffen

„Deutsche Unternehmen sind im internationalen Vergleich besonders stark von dieser Microsoft-Exchange-Lücke betroffen“, sagte am Sonntag Rüdiger Trost von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure. „Der Grund: Deutsche Unternehmen fürchten die Cloud und betreiben Dienste wie Exchange daher häufig lokal.“

Geht es um chinesische Hacker?

Microsoft hatte am Mittwoch gewarnt, dass die vier zuvor nicht öffentlich bekannten Sicherheitslücken von mutmaßlich chinesischen Hackern ausgenutzt werden. Die Hacker-Gruppe, die Microsoft „Hafnium“ nennt, habe mit Hilfe der Schwachstellen vor allem Informationen in den USA abgreifen wollen. Ziele seien unter anderem Forschung zu Infektionskrankheiten sowie Hochschulen, Anwaltsfirmen und Unternehmen mit Verteidigungsaufträgen gewesen. (dpa/mb)

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