Albert Einstein hat bereits vor 100 Jahren von Gravitationswellen gesprochen. Doch jetzt sind sie gemessen worden. Für die Wissenschaft ist das ein Paukenschlag.

Albert Einstein hat bereits vor 100 Jahren von Gravitationswellen gesprochen. Doch jetzt sind sie gemessen worden. Für die Wissenschaft ist das ein Paukenschlag.

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Wissenschaft

Albert Einstein hatte Recht: Forscher messen Gravitationswellen

Von Lili Maffiotte
11. Februar 2016 // 18:29

Wissenschaftlern ist eine nobelpreisverdächtige Entdeckung gelungen: Sie haben erstmals die von Einstein vorhergesagten Gravitationswellen direkt gemessen. Das eröffnet eine neue Ära in der Astronomie. Beteiligt waren auch Forscher aus Hannover.  Erstmals haben Weltraumforscher eigenen Angaben zufolge die von Albert Einstein vor 100 Jahren vorhergesagten Gravitationswellen direkt nachgewiesen. Die Astrophysiker vom Ligo-Observatorium präsentierten ihre nobelpreisverdächtige Entdeckung heute in Washington und Hannover. Auch Forscher aus der niedersächsischen Landeshauptstadt waren an dem Nachweis beteiligt, zwei von ihnen bemerkten das entscheidende Signal als erste. Experten sprechen von einer neuen Ära der Astronomie.

Wenn Sterne beschleunigt werden

Gravitationswellen entstehen insbesondere, wenn große Objekte wie Sterne beschleunigt werden. Sie stauchen und strecken den Raum. Die Gravitationswellen breiten sich in alle Richtungen aus und verbiegen den Raum, ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Stein die Oberfläche.

Schwarze Löcher lassen sich nun beobachten

Das Spezialobservatorium Ligo in den USA fing die Signatur zweier verschmelzender Schwarzer Löcher auf. Der Nachweis bestätige nicht nur die Existenz der Gravitationswellen, sondern bedeute auch eine neue Ära in der Astronomie, betonten die Forscher. "Wir haben eine neue Art Teleskop gebaut und ein völlig neues Feld eröffnet", sagte einer der Ligo-Gründungsväter, Rainer Weiss vom Massachusetts Institute of Technology. Erstmals ließen sich nun Schwarze Löcher direkt beobachten, sagte Alessandra Buonanno, Direktorin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam.

Physiker suchen seit 50 Jahren einen direkten Beweis für Gravitationswellen

Gravitationswellen gehören zu den spektakulären Vorhersagen von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Jeder beschleunigte Körper - auch ein an der Ampel startender Autofahrer - sendet demnach Gravitationswellen aus. Sie sind umso stärker, je mehr Masse der Körper hat. Jedoch sind sie in der Regel so winzig, dass Einstein selbst nicht daran glaubte, dass man sie je messen könnte. Seit über 50 Jahren suchen Physiker einen direkten Beweis. Alle vermeintlichen Erfolgsmeldungen entpuppten sich bisher als nicht haltbar.

Ein sehr deutliches Signal

Der erste direkte Nachweis ist nun offensichtlich an den Ligo-Messstationen (Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatorium) in Livingston und Hanford gelungen. "Wir haben die letzten vier Umläufe von zwei Schwarzen Löchern gesehen, bevor sie miteinander verschmolzen sind", berichtete der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik in Potsdam und Hannover, Bruce Allen. Das Signal sei sehr deutlich und lasse keine Zweifel am direkten Nachweis der Gravitationswellen, betonte Allen. Zwei Forscher des Instituts in Hannover hätten das Signal aus den USA als erste bemerkt. "Die beiden hielten es zunächst für einen künstlichen Test - das Signal war einfach zu gut!", sagte Allen. Monatelange Analysen hätten die Echtheit des Messergebnisses bestätigt. Allen nannte den Nachweis eines der wichtigsten Ergebnisse in der Physik in den vergangenen Jahrzehnten.

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