Schmelztuempel auf arktischem Meereis, darin unter anderem die Alge des Jahres 2016.

Schmelztuempel auf arktischem Meereis, darin unter anderem die Alge des Jahres 2016.

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Wissenschaft

Melosira arctica ist Alge des Jahres 2016

Von Lili Maffiotte
6. Januar 2016 // 13:39

Melosira arctica ist die Alge des Jahres 2016. Das haben die in der Deutschen Botanischen Gesellschaft organisierten Algenforscher entschieden. Melosira sei die mit Abstand produktivste Alge im Arktischen Ozean, teilte der Biologe Klaus Valentin vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven mit. Gemeinsam mit Kollegen will er jetzt erforschen, wie diese auf den Klimawandel reagiert. 

Meterlange Matten

Die Eis- und Kieselalge baue viel Biomasse auf, verbrauche dafür Kohlendioxid und produziere Sauerstoff, erläuterte Valentin. Die 30 Mikrometer kleinen Algen sind von einem gallertartigen Schutzmantel aus Polysacchariden (Mehrfachzucker) umgeben. Sie bilden mehrere Meter lange Matten, die wie Vorhänge von der Unterseite des Meereises herabhängen. Der Einzeller übersteht die lange Polarnacht und den arktischen Winter. Im Frühjahr vermehrt sich die Alge so stark, dass sie den Arktischen Ozean dominiert.

Der Einfluss des Klimawandels

Was die Alge so widerstandsfähig macht, ist nach Angaben von Valentin noch weitgehend unbekannt. "Wir wissen auch nicht, wie sie sich entwickelt und durch welche Umweltfaktoren wie Licht, Nährstoffe oder Salzgehalt ihre Lebensweise gesteuert wird." Mit seinem Team am AWI will er untersuchen, ob und welchen Einfluss der Klimawandel auf Melosira hat. Wird sie wie die meisten Algen besser wachsen, wenn sich das Wasser erwärmt und die Lichteinstrahlung zunimmt? Im Labor wollen die AWI-Wissenschaftler unter anderem herausfinden, mit welchen Temperaturen und Lichtverhältnissen die Eisalge am besten zurecht kommt. Außerdem wollen sie in einem Langzeitexperiment verschiedene Melosira-Stämme 150 Generationen lang unter verschiedenen Bedingungen kultivieren. Dadurch erhoffen sie sich Aufschluss darüber, ob es Stämme oder Unterarten gibt, die wärmere Temperaturen langfristig vertragen. Auch das Genom der Melosira-Proben wollen die Forscher entschlüsseln.

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