Nur tote Mücken sind gute Mücken. Die Forscher freuen sich über jede Einsendung für ihren Mückenatlas.

Nur tote Mücken sind gute Mücken. Die Forscher freuen sich über jede Einsendung für ihren Mückenatlas.

Foto: . Foto: Johannes Eisele/dpa

Wissenschaft

Nicht alle sind traurig über die Mückenplage 2016

Von Lili Maffiotte
3. November 2016 // 15:00

2016 war für die Mücken in Deutschland ein gutes Jahr - und auch für Mückenforscher. Sie bekamen so viel Post von Mückenjägern wie noch nie und können somit ihre Datensammlung ausbauen.

Täglich Nachschub für die Forscher

Mückenjäger aus ganz Deutschland haben in diesem Jahr rund 30 000 Tiere für die Forschung gesammelt - ein neuer Rekord. Seit Beginn des Mückenatlas-Projekts 2012 habe es noch nie so viele Einsendungen wie in diesem Jahr gegeben, sagte Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. Rund 6000 Zusendungen sind in diesem Jahr eingegangen - und es kommen immer mehr. "Wir erhalten derzeit täglich noch etwa 50 Sendungen", sagte Walther.

Dankbar für jede tote Mücke

Für die Mücken hätten in diesem Jahr sehr gute Bedingungen geherrscht. "Durch verstärkte Regengüsse im Frühjahr konnten sich in vielen Regionen ausgedehnte Mückenpopulationen entwickeln", sagte Walther. "Die Leute waren genervt und haben uns viele Mücken geschickt." Das Institut sei dankbar für jedes einzelne Tier und informiere die Mückenjäger per Post über die jeweilige Art und ihre Eigenschaften. "Ob Schulkind oder Rentner - die Menschen interessieren sich dafür und erweitern ihren Horizont."

Die aggressive Asiatische Buschmücke

2012 hatten die Forscher erstmals dazu aufgerufen, Stechmücken zu fangen und einzuschicken. Die Wissenschaftler, die bundesweit auch 120 eigene Fallen aufgestellt haben, erhoffen sich durch die breite Beteiligung mehr Wissen über die 50 einheimischen Arten, aber auch über eingewanderte Mücken. Inzwischen konnten sie zum Beispiel die aggressive Asiatische Buschmücke und die Asiatische Tigermücke in mehreren Bundesländern nachweisen.

Mücken sind Krankheitsüberträger

Was exotische Insekten gefährlich macht, sind Krankheitserreger, die sie potenziell auf den Menschen übertragen können. Dazu zählen etwa das West-Nil-Fieber, das Chikungunya- oder das Dengue-Fieber.

Tipps für Mückenjäger

Im Internet, unter www.mueckenatlas.de, veröffentlichen die Forscher alle Einsendungen, erläutern, wie man Mückenjäger wird und welche Behältnisse am besten für den Versand der Insekten geeignet sind. Einer der Hinweise: "Um die Mückenart bestimmen zu können, benötigen wir intakte Exemplare. Zerquetschte oder platt gehauene Exemplare sind unbrauchbar, da sie nicht mehr identifizierbar sind."

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