Pinguine leben monogam, manchmal paaren sie sich aber auch mit anderen Weibchen. Auch gleichgeschlechtliche Beziehungen sind keine Seltenheit.

Pinguine leben monogam, manchmal paaren sie sich aber auch mit anderen Weibchen. Auch gleichgeschlechtliche Beziehungen sind keine Seltenheit.

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Wissenschaft

Valentinstag: Das Liebesleben der Tiere

Von nord24
14. Februar 2016 // 07:52

Das Angebot ist der Renner: Erstmals zum Valentinstag, zum Tag der Liebenden, bietet der Tiergarten Nürnberg für Erwachsene Führungen zum Liebesleben der Tiere an. Die Teilnehmer hören von Ehedramen, putzwütigen Fischen und stinkenden Nashörnern. "Es gibt alles im Tierreich", sagt Zoopädagoge Christian Dienemann vom Tiergarten Nürnberg zum Liebesleben von Tieren. Daher könne man das tierische Paarungsverhalten auch nicht mit moralischen Kategorien oder christlichen Ehebegriffen verstehen. "Soziale oder sexuelle Monogamie sind genauso biologisch begründet wie Haremsgruppen oder Promiskuität", weiß der Zoopädagoge. Zoobesuchern fällt es indes oft schwer, das Paarungsverhalten der Tiere nicht aus dem menschlichem Blickwinkel zu sehen.

Sonderführung zum Valentinstag

Der Tiergarten Nürnberg bietet zum Valentinstag am 14. Februar erstmalig eine Sonderführung zum "Liebesleben in der Tierwelt" an. Dabei geht es zum Beispiel um "genetischen Variantenreichtum", wenn ein Blaumeisenweibchen in seiner Höhle Eier von bis zu drei Vätern ausbrütet. Das Paarungsverhalten von Adélie-Pinguinen erfasste der britische Arzt und Antarktis-Forscher Levick (1876-1956) in einer akribischen Studie 1915. Die Ergebnisse galten aber als so skandalös, dass sie erst nach rund 100 Jahren veröffentlich wurden, berichtet Dienemann. Pinguine leben manchmal monogam, paaren sich ab und an aber noch mit einem zweiten Weibchen. Manchmal gebe es auch gleichgeschlechtliche Paare. Aus menschlicher Sicht herrsche in einer "Pinguinkolonie ein großes Beziehungsdrama", sagt der Biologe.

Das Trampeln der Vogelspinne

Am Liebesleben der rund 300 Arten im Nürnberger Tiergarten fasziniert Dienemann vor allem die tierische Suche nach einem Partner. So muss etwa die männliche Kraushaar-Vogelspinne bei einem Weibchen in einem bestimmten Rhythmus "auf den Boden trampeln". So wird deutlich: "Ich bin ein Männchen für dich und kein Futter."

Das Timing für den synchronen Tanz

Bei Flamingos ist das richtige Timing mit dem Partner gefragt. Zur Balz ist ein "100 Prozent synchroner Tanz" gefragt. Sonst ist das Ei für eine Befruchtung noch zu tief im Eileiter. Wenn der Tanz wiederum zu lange dauert, kann es für eine Befruchtung des Eis zu spät sein. Und beim Pfeilgiftfisch kommt es auf Sauberkeit an: Das Männchen muss ein Weibchen erst durch eine besonders geputzte Laichstelle von seinen Qualitäten überzeugen. So sorgt die Natur einem möglichen Pilzbefall der Brut vor.

Ohne Fauchen keine Paarung

Die daumengroßen Fauchschaben-Männchen werden durch tierische Duftlockstoffe von den Schaben-Damen angelockt. Das stärkste Männchen schubst seine Liebeskonkurrenten vom Baum und paart sich in der Zeit, bis der Unterlegene sich wieder am Baum hochgearbeitet hat. Zudem braucht es für die Paarung ein kräftiges Fauchen, bleibt es aus, kommt es auch nicht zur Paarung.

Persönliche Duftspur für die Männchen

Weniger gewalttätig, dafür für menschliche Begriffe umso ekliger geht es bei Giraffen und Nashörnern zu: Giraffenbullen lecken am Urin, um die Empfängnisbereitschaft der Weibchen festzustellen. Bei Panzernashörnern hat die Evolution den weiblichen Kothaufen "als eine Art Dating-Portal" vorgesehen. Dafür steigt das Weibchen mitten in ihren Kot und legt so quasi "eine persönlichen Duftspur" für die Männchen.

Der Vater bleibt ein Geheimnis

Berberaffen-Weibchen leben promisk und paaren sich mit allen Männchen. Damit wird "verschleiert, wer der Vater ist" und jeder Berberaffen-Mann kümmert sich um den Nachwuchs. Gibbons leben dagegen in sozialer Monogamie in einem Revier und kümmern sich zu zweit um die Nachkommen, erklärt Dienemann. Um dem eigenen Nachwuchs die besten Überlebenschancen zu bescheren, balzt ein Straußenhahn so lang, bis ein Straußenhuhn ihre Eier in einer Kuhle ablegt. Über Tag balzt der Straußenmann weitere Weibchen an, die ebenfalls ihre Eier in die gleiche Kuhle legen. Die Eier sind allerdings so sortiert, dass die Eier der Nebenfrauen außen liegen. Tierische Eierräuber erwischen meist die Eier am Rand, die zuerst gelegten Eier bleiben geschützt.

Löwenmännchen paart sich acht Tage lang

Den relativ unspektakulären Liebesakt illustriert Dienemann am Beispiel von Löwen und anderen Großkatzen. Da gehe es "nicht um Qualität, sondern um Quantität", sagt der Biologe. Ein Löwenmännchen paare sich in acht Tagen über 390 Mal, mit einer Dauer von 15 bis 20 Sekunden. (epd)

Valentinstag: Das Liebesleben der Tiere

Blaumeisenweibchen brüten Eier von drei bis vier verschiedenen Vätern aus.

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Ein Flamingo-Küken bekommt erst mit drei oder vier Jahren die typische rosa Färbung.

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Giraffen erkennen am Urin der Weibchen, ob das Weibchen paarungsbereit ist.

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Gibbons leben monogam und kümmern sich zu zweit um den Nachwuchs.

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