Große Freude bei denen, die am 29. Februar geboren sind, denn die Schaltjahr-Kinder dürfen in diesem Jahr wieder feiern.

Große Freude bei denen, die am 29. Februar geboren sind, denn die Schaltjahr-Kinder dürfen in diesem Jahr wieder feiern.

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Wissenschaft

Warum wir Schaltjahre brauchen

Von Lili Maffiotte
29. Februar 2016 // 10:58

Um die Sonne zu umrunden, braucht die Erde mehr Zeit als das Jahr Tage hat. Genau genommen braucht sie die 365 Tage (ein Kalenderjahr) und zusätzlich fünf  Stunden, 48 Minuten und 45 Sekunden mehr für die Umrundung. Das Schaltjahr gleicht diese Differenz fast aus.  Schaltjahre gibt es nicht nur im gregorianischen Kalender: Auch in anderen Zeitrechnungen werden Tage eingefügt, manchmal sogar Monate. Die Schaltsekunde ist wiederum für alle gleich. Ein Überblick.

Astronomie gegen Arithmetik: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Für einen Kalender gibt es natürliche Zeitmaße: Das Jahr als die Umlaufzeit der Erde um die Sonne, den Monat als die Umlaufzeit des Mondes um die Erde. Der Tag wird durch die tägliche Erdumdrehung festgelegt. Das Problem ist, dass alle diese Zahlen nicht rund sind. Das Jahr hat im Mittel 365,2422 Tage, zwischen zwei Neumonden liegen 29,5306 Tage. Regelungen für Schaltjahre können diese komplizierten Zahlenverhältnisse korrigieren.

Gregorianischer Kalender: Schalttag

Bei Schaltjahren wird in den Kalender ein zusätzlicher Tag eingefügt: der 29. Februar. Damit hat das Jahr nicht 365, sondern 366 Tage. Alle durch 4 teilbaren Jahre sind Schaltjahre. Eine Ausnahme bilden durch 100 teilbare Jahre. Die Ausnahme von der Ausnahme: Wenn das Jahr durch 400 teilbar ist, wird ein Schalttag eingefügt. Das Jahr 1900 war also kein Schaltjahr, das Jahr 2000 schon.

Islamischer Kalender: Schalttag

Das islamische Jahr richtet sich nach dem Mond. Die Monate haben abwechselnd 29 und 30 Tage, entsprechend der Dauer von Neumond bis Neumond. Weil diese Abfolge aber den Mondzyklus nicht ganz genau abbildet, wird elfmal in 30 Jahren ein Tag angefügt. Ein islamisches Jahr hat regulär 354 Tage und verschiebt sich deshalb gegenüber den meteorologischen Jahreszeiten.

Jüdischer Kalender: Schaltmonat

Das jüdische Jahr richtet sich sowohl nach dem Mond als auch nach der Sonne. Alle Monate sind, ebenso wie im islamischen, 29 oder 30 Tage lang. Ein regelmäßiges jüdisches Jahr dauert somit nur 354 Tage - und würde sich auf Dauer ebenfalls in der Jahreszeit verschieben. Deshalb wird in sieben von 19 Jahren ein ganzer Monat eingefügt.

Mehr Zeit für alle: Schaltsekunde

Die Rotation der Erde verlangsamt sich jährlich um einige Sekundenbruchteile. Im Abstand einiger Jahre wird deshalb weltweit einheitlich eine Schaltsekunde eingefügt, damit der Datumstag wieder einem Sonnentag entspricht.  
Diese Prominenten haben "nur" alle vier Jahre Geburtstag - und zwar mal wieder in diesem Jahr:
  • 1988 - Lena Gercke, Model und Moderatorin
  • 1988 - Benedikt Höwedes, Fußballer
  • 1968 - Dana Schweiger, Unternehmerin, Ex-Frau von Til Schweiger
  • 1940 - Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, früherer Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
  • 1948 - Martin Suter, Schweizer Schriftsteller («Ein perfekter Freund»)
  • 1904 - Jimmy Dorsey, amerikanischer Jazz-Saxofonist, Klarinettist und Bigbandleader
  • 1860 - Herman Hollerith, Erfinder der Lochkartenmaschine in der Datenverarbeitung
  • 1792 - Gioacchino Rossini, italienischer Komponist ("Der Barbier von Sevilla")
 

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