Ötzi

So soll Ötzi nach Meinung der Forscher ausgesehen haben.

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Wissenschaft

Ötzi soll eine Stimme bekommen

Von nord24
10. März 2016 // 19:00

Ötzi gilt als eines der am besten erforschten Mordopfer der Welt. Nur seine Stimme hat noch niemand rekonstruiert. Das soll sich nun ändern: Eine Gruppe von Forschern und Ärzten will ein weiteres Geheimnis um die Eismumie lüften.

Ötzi bleibt in Igluzelle

"Es geht eigentlich um eine Rekonstruktion des Stimmkanals, also die Gesamtheit des Hohlraumes zwischen den Stimmlippen und den Lippen des Mundes", sagt Projektleiter Francesco Avanzini, HNO-Arzt und Verantwortlicher des Ambulatoriums für Phoniatrie im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Avanzini will zusammen mit anderen Experten Ötzi wieder zum Sprechen bringen. Das alles geschieht jedoch virtuell: Der legendäre Eismann, der in der späten Jungsteinzeit lebte und 1991 im Grenzgebiet zwischen Österreich und Italien gefunden wurde, bleibt in seiner gekühlten Igluzelle im Südtiroler Archäologiemuseum.

Weltweit einmaliges Projekt

Die Forscher hoffen, schon in einigen Monaten erste Ergebnisse ihres nach eigenen Angaben bislang weltweit einmaligen Projekts präsentieren zu können. "Es ist schwer vorherzusagen, aber wir vermuten, dass er, da er ein kleiner Mann war, vielleicht eine höhere Stimme hatte", sagt Avanzini. Prof. Bernhard Richter, Leiter des Freiburger Instituts für Musikermedizin, vermutet, dass Ötzi nicht viel anders geklungen hat als ein moderner Mensch. "Er ist ja erst rund 5000 Jahre tot. So viel ist in der Evolution nicht passiert, was das Instrument Stimme angeht."

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