Die Frage, ob Zeven ein neues Krankenhaus zusteht, sei mit rechtlichen Mitteln allein kaum zu klären, meint Professor Ralf Ptak. Vielmehr müsse sich das Denken auf den Regierungsbänken und in den Ministerien ändern, bevor die Erosion des Sozialstaates gestoppt wird.

Die Frage, ob Zeven ein neues Krankenhaus zusteht, sei mit rechtlichen Mitteln allein kaum zu klären, meint Professor Ralf Ptak. Vielmehr müsse sich das Denken auf den Regierungsbänken und in den Ministerien ändern, bevor die Erosion des Sozialstaates gestoppt wird.

Foto: Kratzmann

Zeven

Experte spricht in Zeven: „Wohlstand für alle“ gilt nicht mehr

Von thorsten.kratzmann
13. Mai 2019 // 16:15

Auf Einladung des Fördervereins für ein neues MLK hat der Kölner Professor Ralf Ptak einen Vortrag in Zeven gehalten. Seine These: Ministerialbürokratie und Politik betreiben das Krankenhaussterben und höhlen den Sozialstaat aus. 

Soziale Marktwirtschaft nach dem II. Weltkrieg

Ptak ist Mitglied der Gruppe Alternative Wirtschaftspolitik des Netzwerks Plurale Ökonomik und gehört dem wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland an. Das deutsche Wirtschaftsmodell – die soziale Marktwirtschaft – sei nach dem II. Weltkrieg mit dem Versprechen verbunden gewesen, dass Wohlstand für alle Bürger möglich sei, so Ptak.

Kein allgemeines Wohlstandsversprechen

Davon habe sich Deutschland seit Ende der 1970er Jahre Stück für Stück verabschiedet. Aus der sozialen ist die freie Marktwirtschaft geworden. Das allgemeine Wohlstandsversprechen gelte nicht mehr, der Sozialstaat erodiere.

Gesundheitsversorgung und Pflege werden zu Märkten

In Deutschland habe laut Ptak die neoliberale Politik dazu geführt, dass 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in der jüngeren Vergangenheit reale Einkommensverluste hinnehmen mussten. Parallel dazu habe der Staat seine Investitionen stark reduziert. In diese Lücke stießen private Investoren. Gesundheitsversorgung und Pflege wurden zu renditestarken Märkten.

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