Zu Radarfallen haben viele ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits gibt es den Wunsch nach stärkeren Kontrollen, tappt man selbst hinein, ist schnell von Abzocke die Rede.

Zu Radarfallen haben viele ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits gibt es den Wunsch nach stärkeren Kontrollen, tappt man selbst hinein, ist schnell von Abzocke die Rede.

Foto: Heyder/dpa

Zeven

Landkreis Rotenburg: Immer noch zu viele Verkehrstote

Von nord24
30. Juni 2017 // 20:57

Seit 60 Jahren schnappt in Deutschland die Radarfalle zu – auch im Landkreis Rotenburg. Wer zu schnell ist und erwischt wird muss zahlen. Mehr als 3 Millionen Euro nahm der Kreis allein 2016 an Bußgeldern ein. Ein erheblicher Teil stammt von Temposündern.

Elf Tote auf den Landstraßen zwischen Bremervörde und Visselhövede

Zu hohe Geschwindigkeit ist nach wie vor Unfallursache Nummer eins auf den Straßen im Kreisgebiet. Und gerade die schweren Unfälle sind meist darauf zurückzuführen. Elf Menschen starben vergangenes Jahr auf den Landstraßen zwischen Bremervörde und Visselhövede.

Bundesweit sterben 13.000 Menschen bei Unfällen

Die Zahl der Verkehrstoten war einst ein wesentlicher Grund dafür, dass überhaupt Kontrollen eingeführt wurden. 1956 war der Radarfallen-Prototyp VRG 1 der Firma Telefunken auf der Internationalen Polizeiausstellung in Essen vorgestellt worden. Nach ersten Feldversuchen 1957 trat die Radarfalle als Weiterentwicklung VRG 2 ihren bundesweiten Siegeszug an.

Immer noch viele Verkehrstote

Zuvor war die Zahl der jährlichen Verkehrstoten in der noch jungen Bundesrepublik trotz des relativ geringen Verkehrsaufkommens auf erschreckende 13.000 in die Höhe geschnellt. Zum Vergleich: 2016 waren es laut ADAC 3280 – der tiefste Wert seit Beginn der Unfallstatistik im Jahr 1950.

Mit 135 Sachen durch Seedorf

Wie viele Blitzer es heute im Landkreis Rotenburg gibt, teilen die Behörden nicht mit. Nur so viel:  Im vergangenen Jahr gab es 66 000 Verfahren wegen überhöhter Geschwindigkeit. Das entspricht im Durchschnitt 180 pro Tag.

Mit 166 km/h in Elsdorf geblitzt

Als „Spitzenreiter“ ist ein Autofahrer auf der Landesstraße bei Elsdorf mit 166 Sachen geblitzt worden – maximal 100 sind erlaubt. Innerorts raste jemand mit Tempo 135 durch Seedorf. Das kostete in beiden Fällen nicht nur viel Geld, sondern auch den Führerschein.

Kreis unterstützt Sicherheitsprogramme

Der Landkreis nimmt zwar einerseits viel durch ertappte Temposünder ein, auf der anderen Seite gibt er  aber auch Geld für Verkehrssicherungsmaßnahmen aus. So unterstützt er Trainingsprogramme für Fahranfänger und Feuerwehrleute und fördert das Programm "Fit im Auto", das die Verkehrswachten für Senioren anbieten.  

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