Nach dem Mord an einem 46-jährigen Albaner hat die zuständige Mordkommission der Polizeiinspektion Rotenburg ihre Ermittlungen erweitert.

Nach dem Mord an einem 46-jährigen Albaner hat die zuständige Mordkommission der Polizeiinspektion Rotenburg ihre Ermittlungen erweitert.

Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa

Zeven

Mord an Albaner: Polizei sucht „Puzzle-Stück“

Von Joachim Schnepel
19. April 2021 // 14:00

Nach dem Mord an einem 46-jährigen Albaner hat die zuständige Mordkommission der Polizeiinspektion Rotenburg ihre Ermittlungen erweitert.

Verletzung durch mehrere Schüsse

Die Tat hatte sich zu Jahresbeginn 2017 ereignet. Wie berichtet, war der Familienvater am 9. Januar 2017 auf einem Fußweg vor der Grundschule an der Großen Straße in Visselhövede vom Sozius einer Motorradbesatzung durch mehrere Schüsse zunächst lebensgefährlich verletzt worden. Er verstarb vier Tage später in einem Krankenhaus.

23-Jähriger rückt in den Fokus der Beamten

Im Rahmen europaweiter Ermittlungen, die bis in die Niederlande und nach Albanien geführt wurden, rückte ein damals 23-jähriger Mann aus dem Raum Hannover schnell in den Fokus der Beamten. Er wurde im April an seinem Wohnort vorläufig festgenommen. Der 23-Jährige räumte gegenüber der Polizei ein, das Motorrad bei der Tat gefahren zu haben. Außerdem belastete er einen Verwandten als mutmaßlichen Todesschützen.

Lebenslange Freiheitsstrafe

Das Landgericht Verden verurteilte den 23-jährigen Fahrer des Motorrades im März 2018 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Der von ihm belastete, mutmaßliche Mittäter wurde vom Tatvorwurf freigesprochen. Trotz des Urteils blieb die Tat, so der Anwalt des Verurteilten, im Wesentlichen ungeklärt.

Schütze noch auf freiem Fuß?

Demnach befänden sich der eigentliche Schütze und ein möglicher Mittäter noch auf freiem Fuß. „Im Zuge weiterer Ermittlungen stießen Beamte der Mordkommission bereits im August vergangenen Jahres auf Hinweise, die jetzt zur Ausdehnung der Maßnahmen führen“, teilte Heiner van der Werp, Sprecher der Polizeiinpsektion Rotenburg mit.

Polizei findet Bekleidung der Täter

In der Nähe des damaligen Ablageortes des Tatmotorrades nahe Bad Fallingbostel fand die Polizei den Tätern zuzuordnende Bekleidung mit Schmauchanhaftungen sowie DNA-Spuren.

Tatwaffe bisher nicht gefunden

Allein die Tatwaffe konnte bislang nicht gefunden werden. Jetzt verdichten sich Hinweise, dass auch sie mit dem Motorrad und der Täterbekleidung in der Nähe der A7 entsorgt worden ist.

Gemeinsame Erklärung

„Mit einem Großaufgebot geht die Mordkommission seit Montag am Deiler Weg in der Nähe der Autobahn-Anschlussstelle an der A7 wieder auf die Suche nach dem letzten Puzzlestück“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Polizeiinspektion Rotenburg und Staatsanwaltschaft Verden. Ob sie fündig wird?

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