Den Friseuren geht der Nachwuchs aus. Innungsobermeisterin Michaela Fischer setzt derzeit auf Rahad Sahdi, einem Flüchtling aus dem Irak, den sie gern als Lehrling annehmen würde.

Den Friseuren geht der Nachwuchs aus. Innungsobermeisterin Michaela Fischer setzt derzeit auf Rahad Sahdi, einem Flüchtling aus dem Irak, den sie gern als Lehrling annehmen würde.

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Zeven

"Schlechter Ruf": Friseure in Zeven haben Nachwuchssorgen

Von nord24
19. Juni 2017 // 16:35

Schlechte Bezahlung, blöde Arbeitszeiten, mieses Image – das Friseurhandwerk lockt nicht mit Superlativen. Es hat im bundesweiten Trend größere Schwierigkeiten, Lehrlinge zu finden. Das gilt auch für Zeven.

Azubis bekommen wenig Geld

Die Sorgen sind mitunter hausgemacht, sagt Innungsmeisterin Michaela Fischer. Sie hat einen Friseursalon in Zeven. Die Obermeisterin der Friseur-Innung Bremervörde sieht den fehlenden Nachwuchs ebenfalls auf sich und ihre Kollegen zukommen. „Der Beruf hat einen schlechten Ruf. Die Azubis bekommen nur wenig bezahlt. Überstunden werden häufig gar nicht vergütet. Die Arbeitszeiten sind zum Teil schlecht. Und es ist ein anstrengender Beruf“, weiß Michaela Fischer.

Beruf hat einen schlechten Ruf

Früher hätten viele junge Leute eine Friseurlehre dann absolviert, wenn sie nicht gewusst haben, was sie sonst tun sollen. Heute sieht das anders aus. „Jedes Kind soll Abitur machen und dann studieren. Es gibt einen gesellschaftlichen Druck nach dem Motto: Wenn du nicht studiert hast, dann bist du nichts.“ Fischer fordert daher, dass das Bild der Handwerksberufe aufpoliert wird.

Keine Probleme, Nachwuchs zu finden

Sie selbst hat noch nie Probleme gehabt, Nachwuchs zu finden. Derzeit absolvieren zwei junge Menschen ein Praktikum bei ihr. Einer ist der Iraker Rahad Sahdi, der 2015 nach Deutschland geflüchtet ist. „Er ist seit Januar bei mir und ich mehr als zufrieden mit ihm", sagt Michaela Fischer. Aber ob der Syrer eine Lehre bei ihr antreten kann, steht noch in den Sternen. Denn noch ist nicht klar, ob Rahad Sahdi in Deutschland bleiben darf. Wenn ja, ist ihm ein Ausbildungsplatz sicher.

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