Wie Landwirte und ihre Familien mit Mobbing und einem Shitstorm umgehen sollten, wurde von den Podiumsteilnehmern Ricarda Rabe (Kirchlicher Dienst im ländlichen Raum) (von links), Julia Nissen (Agrarbloggerin), Hinrich Neumann (Agra-Journalist) sowie Dirk Fisser (Journalist) und Anne Dirksen (Landwirtschaftskammer Niedersachsen) diskutiert.

Wie Landwirte und ihre Familien mit Mobbing und einem Shitstorm umgehen sollten, wurde von den Podiumsteilnehmern Ricarda Rabe (Kirchlicher Dienst im ländlichen Raum) (von links), Julia Nissen (Agrarbloggerin), Hinrich Neumann (Agra-Journalist) sowie Dirk Fisser (Journalist) und Anne Dirksen (Landwirtschaftskammer Niedersachsen) diskutiert.

Foto: Stange

Zeven

Tarmstedter Ausstellung 2017: "Bauern-Mobbing" ist Thema

Von Sophie Stange
8. Juli 2017 // 14:06

Es ist ein Thema über das selten gesprochen wird: Landwirte müssen sich in den sozialen Medien zunehmend Beleidigungen anhören. Das "Bauern-Mobbing" bei Facebook, Youtube und Co. war nun  Thema bei der Tarmstedter Ausstellung. Die Landjugend hat mit Vertretern der Kirche,  der Landwirtschaftskammer und der Presse zum Thema "Shitstorm gegen Landwirte und Familien - Wie gehe ich damit um?" diskutiert.

Landwirten fehlt die Anerkennung

Das Video verbreitet sich schnell im Netz: Ein Landwirt bringt Gülle auf das Feld und wird dabei von einer Hundebesitzerin beschimpft. Diese Beleidigungen sind nicht nur im Alltag präsent, sondern auch zunehmend in den sozialen Medien. "Vielen Landwirten fehlt die Anerkennung für ihren Beruf", sagt Moderator Hinrich Neumann.

Angst vor Mobbing in der Schule

Vor allem Kinder müssen sich in der Schule viel anhören: "Dein Vater quält die Tiere und deine Mutter vergiftet den Boden." Diesen Satz bringt Ricarda Rabe, zuständig für den kirchlichen Dienst im ländlichen Raum, als Beispiel hervor. Auch Anne Dirksen von der Sozioökonomischen Beratung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hört ab und zu solche Sätze am Sorgentelefon: "Ich will doch keinen Stall bauen, weil dann meine Kinder gemobbt werden." Doch das Hauptthema sei es ihrer Meinung nicht. Es gehe häufig auch um die Hof-Nachfolge, sagt sie.

Von "Wut-Bürgern" und "Wut-Bauern"

Doch es gibt nicht nur "Wut-Bürger", sondern auch "Wut-Bauern", sagt Journalist Dirk Fisser. Er berichtet von Landwirten, die die Kommunikation verweigern.  "Es ist schwierig jemanden zu finden, der etwas sagt und den Mut aufbringt, etwas zu erklären. Die Branche zieht sich dann einfach zurück." Agrarbloggerin Julia Nissen empfiehlt Landwirten, sich zu vernetzen: "Netzwerke geben einen Rückhalt. Wenn man einen Shitstorm erntet, dann hilft es, sich bei anderen Bauern Rat zu holen."

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