Am Amtsgericht Zeven wurde am Montagmorgen ein Fall wegen gefährlicher Körperverletzung verhandelt. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf Freispruch.

Am Amtsgericht Zeven wurde am Montagmorgen ein Fall wegen gefährlicher Körperverletzung verhandelt. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf Freispruch.

Foto: Albers

Zeven

Gefährliche Körperverletzung: Amtsgericht Zeven spricht Angeklagte frei

Von Sophie Stange
11. Juni 2018 // 17:15

Drei Beteiligte, zwei Geschichten und viele Fragezeichen: So kann eine Gerichtsverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung am Montag am Amtsgericht in Zeven beschrieben werden. Konkret geht es um drei Personen aus einer Therapieeinrichtung aus Brauel, die in Streit geraten sind.

Auslöser soll ein Gerücht gewesen sein

Der Auslöser des Streits soll ein Gerücht gewesen sein, das der Betroffene in der Einrichtung gestreut haben soll, so einer der Angeklagten. Er wollte die Angelegenheit daraufhin persönlich klären und nahm als Schlichter seinen Zimmermitbewohner, den zweiten Angeklagten, mit. „Zu einer körperlichen Auseinandersetzung ist es nie gekommen“, so der Angeklagte.

Verletzungen am Kopf

Der Betroffene hat die Tat, die sich bereits im Juli 2017 ereignet haben soll, anders in Erinnerung: So sollen beide Angeklagte in sein Zimmer gekommen sein, als er auf seinem Bett lag. Dann habe sich einer der Beschuldigten auf ihn gestützt und ihn mit einem Stuhl oder Tisch am Kopf und an der Hand verletzt. Fotos, die die Verletzungen dokumentierten, fehlten bei der Verhandlung.

Aussagen verändert

Bei der Polizei machte der Betroffene zudem andere Aussagen: Beide Angeklagten sollen ihn attackiert haben, des Weiteren soll es um ein Handy gegangen sein, das er für einen der Angeklagten einschleusen sollte. Die erste Aussage korrigierte er nun vor Gericht: Nur einer habe ihn angegriffen. Die zweite Aussage sei so nicht korrekt gewesen, gab er bei der Verhandlung zu.

Fragezeichen bleiben

Viele Fragezeichen blieben jedoch bis zum Schluss: Die Staatsanwaltschaft plädierte daraufhin auf Freispruch und begründete es mit der unzureichenden Beweislage. „Es wäre schön gewesen, wenn die Dokumentation vollständig gewesen wäre. Ich kann nicht feststellen, dass die Angeklagten oder einer der beiden dem Zeugen körperlich misshandelt hat. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen“, sagt Richterin Stößel und spricht die Angeklagten frei.

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