Bremen: Olaf Latzel, Pastor, sitzt vor Prozessbeginn im Gerichtssaal. Wegen seiner Äußerungen über Homosexuelle steht der evangelische Pastor wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung vor dem Amtsgericht Bremen.

Wegen seiner Äußerungen über Homosexuelle steht der evangelische Pastor Olaf Latzel vor dem Amtsgericht Bremen.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Bremen

Bremen: Pfarrer wegen mutmaßlicher Volksverhetzung vor Gericht

Von nord24
20. November 2020 // 14:07

Ein evangelischer Pfarrer ist nach abwertenden Äußerungen über Homosexualität in Bremen wegen Volksverhetzung von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Er habe mit seinen Äußerungen zum Hass angestachelt, sagte Staatsanwalt Florian Maß am Freitag zum Prozessauftag am Amtsgericht Bremen. Der Pfarrer habe bei einem Eheseminar 2019, das als Audiodatei auch auf Youtube eingestellt wurde, unter anderem von „Genderdreck“ und einer „Homo-Lobby“ gesprochen, die teuflisch und satanisch sei.

Bremen: Verteidiger übt massive Kritik an der Staatsanwaltschaft

Der Verteidiger von Pastor Olaf Latzel übte dagegen massive Kritik an der Staatsanwaltschaft, die bewusst mit falschen Informationen Stimmung gegen seinen Mandaten gemacht habe. Entgegen einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft vom 2. Juli habe Latzel nie Menschen als Genderdreck und Homosexuelle auch nie generalisierend als Verbrecher bezeichnet. Die über eineinhalbstündige Audiodatei wurde in der Verhandlung abgespielt.

Pfarrer referiert über bibeltheologische Auslegung der Ehe

Dort referiert der Geistliche die bibeltheologische Auslegung der Ehe und spricht dabei auch über die Gefahren für die Ehe. In diesem Zusammenhang sagt er, dass der „ganze Genderdreck eine Art Angriff auf Gottes Schöpferordnung“ sei. Zudem: „Überall laufen diese Verbrecher rum vom CSD (Christoper Street Day), feiern Parties und am Rathaus hängt die Regenbogenfarbe. Das sind bewusst anti-christliche Dinge, mit denen die Ehe torpediert wird.“

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