420 Kilometer in sieben Tagen – das ist das Ziel von Matthias Klei. Mit dabei ist unter anderem Assistent Daniel Fort.

420 Kilometer in sieben Tagen – das ist das Ziel von Matthias Klei. Mit dabei ist unter anderem Assistent Daniel Fort.

Foto: pr

Bremerhaven
Cuxland

Abenteurer im Rollstuhl

Von nord24
7. August 2016 // 11:00

Matthias Klei taucht, fährt Ski und Trike. Er ist abenteuerlustig und reisefreudig. Und das, obwohl ihm eine hundertprozentige Behinderung bescheinigt wird. Seit seiner Geburt ist der 46-Jährige Tetraspastiker. Kein Grund zuhause zu hocken. Seine neueste Herausforderung: Mit dem Elektrorolli durch Norddeutschland fahren. Morgen geht es los für den Rollstuhlfahrer. Die letzte Station vor der Heimfahrt soll am kommenden Sonntag Bremerhaven sein.    Seit fünf Jahren fährt er regelmäßig – das heißt mindestens einmal pro Monat – nach Hamburg. „Ich bin ein Mensch, der immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist und seine Grenzen neu auslotet“, sagt er. Daher sei ihm die Idee gekommen, mit dem E-Rollstuhl zunächst nach Hamburg zu fahren. Mithilfe seiner Assistenten – sein Team besteht aus durchschnittlich zwölf Mitarbeitern, die ihn in seinem Alltag begleiten –, und nach einer zweimonatigen Vorbereitungszeit nahm der Reiseplan immer mehr Gestalt an. Die ursprünglich geplante Route von Bielefeld nach Hamburg über die Lüneburger Heide hat sich nun sogar noch ausgeweitet. „Mein Ziel ist, innerhalb von sieben Tagen von Bielefeld über Hamburg und Cuxhaven bis nach Bremerhaven zu fahren“, kündigt Klein an.

Tagespensum von 50 bis 70 Kilometer

Die Tour ist nicht ohne: 50 bis 70 Kilometer müssen pro Tag bewältigt werden. Die Tour: Porta Westfalica, Minden, Loccum, Hodenhagen, Bad Fallingbostel, Soltau, Wilsede, Buchholz nach Brunsbüttel. Am Sonntag, 14. August, startet – wen alles nach Plan läuft – seine letzte Etappe in Cuxhaven. Über Döse, Duhnen, Arensch, Dorum-Neufeld und Wremen geht es nach Bremerhaven, wo Klei in den Zug nach Bielefeld steigt.

Freunde und Assistenten als Begleiter

Auf der Tour begleiten ihn Assistenten und Freunde, die Spaß am Fahrradfahren und Zelten haben. „Wir werden unsere Nächte hauptsächlich auf Camping- und Zeltplätzen verbringen“, sagt er. Spontane Übernachtungen auf Bauernhöfen seien aber auch nicht ausgeschlossen. Die Tour sei anhand einer Radkarte geplant worden. Bei den ausgewählten Camping- und Zeltplätzen habe er darauf geachtet, dass der E-Rollstuhl aufgeladen werden kann. „Bisher gab es noch keine Hürde, die ich mit meinen Assistenten nicht gemeistert habe. Wir sind ein eingespieltes und einfallsreiches Team“, so Klei.

Matthias Klei: "Behinderungen sollten das Leben nicht einschränken"

Warum er das alles auf sich nimmt? „Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass eine hundertprozentige Behinderung weder das Leben, noch die Träume und Aktivitäten eines Menschen einschränken sollte“, betont er. „Auch wenn ein Großteil der Gesellschaft der Meinung ist, dass Menschen mit Behinderung nicht eigenständig leben können, sondern in Einrichtungen mit Heimcharakter betreut werden müssen, heißt dies noch lange nicht, dass ich mich dem beugen muss.“ (sj)

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