Der Umweltchemiker Nicolai Nowak (47) nimmt von Bord der „Möwe“ aus im Kaiserhafen Wasser- und Schlickproben.

Der Umweltchemiker Nicolai Nowak (47) nimmt von Bord der „Möwe“ aus im Kaiserhafen Wasser- und Schlickproben.

Foto: Lothar Scheschonka

Bremerhaven

Chemiker untersucht Wasser im Bremerhavener Hafen

5. August 2022 // 07:20

Wie sauber ist das Wasser im Hafen von Bremerhaven? Umweltchemiker Nicolai Nowak geht dieser Frage einmal jährlich auf den Grund.

47-Jähriger zieht Proben

Auf der „Möwe“ fährt er durch die Hafenbecken und zieht verschiedene Proben. Um zu entscheiden, wo der Schlick des Hafens entsorgt werden muss, nimmt der 47-jährige auch Proben der Sedimente.

Im Auftrag von Bremenports

Der Umweltchemiker ist Geschäftsführer am Institut Dr. Nowak, einem Familienunternehmen, das auf Umweltanalytik und Umweltberatung spezialisiert ist. Für Bremenports übernimmt das Institut die Untersuchung der Wasseroberfläche und der Sedimente in den Hafenbecken.

Sediment muss entsorgt werden

„Das abgesetzte Sediment führt zu einer Verringerung der Schifffahrtstiefe“ erklärt er: „Aber Bremenports als Hafenbetreiber ist dafür zuständig, dass der Tiefgang immer eingehalten wird.“ Dafür muss das Sediment permanent aus den einzelnen Hafenbecken entsorgt werden. Im Abfallrecht ist klar geregelt, was mit dem Schlick zu passieren hat.

Entsorgung je nach Dreckigkeit

Wo landet dieser also? Wenn die Sedimente sauber genug sind, werden sie in die Außenweser verfrachtet. Sind sie nicht sauber genug, kommen sie beispielsweise auf die Baggergutdeponie in Seehausen. Für ganz dreckige Sedimente gibt es Sonderlösungen. Dann geht das zum Beispiel nach Rotterdam in De Slufter. De Slufter ist ein Depot, dass Wasserschlamm aus Hafenbecken aufnimmt.

Wasserprobe vier Mal im Jahr

Im Vergleich zur Sedimentprobe findet die Oberflächengewässerprobe nicht ein, sondern vier Mal im Jahr statt. Sollten Schadstoffe gefunden werden, passiert jedoch erst einmal nichts. „Die Werte werden zunächst entsprechend an Bremenports und das Ressort der Senatorin für Umwelt weitergegeben. Dort werden die Messergebnisse dann intern bewertet.“ Erst wenn die Berichtszeiträume von etwa fünf Jahren beendet sind, wird festgelegt, ob entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen.

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