Mehrere Männer sind im Gericht.

Der Angeklagte mit seinen Verteidigern Prof. Dr. Helmut Pollähne (links) und Thomas Domanski.

Foto: Masorat

Bremerhaven
Justiz

Mordfall Ekaterina B.: Gutachterin spricht von Abhängigkeit

19. Januar 2023 // 19:20

Die fünf Jahre alte Tochter von Ekaterina B. wirkte wie „dressiert“. Zu dieser Überzeugung kommt eine Psychologin, die die Familie begutachten sollte.

Abhängigkeit zur Tochter

Was sie vor Gericht berichtet, gefällt dem Verteidiger des mutmaßlichen Mörders gar nicht. In der Beziehung vom Vater zur Tochter sieht sie gar eine Abhängigkeit. „Alles, was das Kind bekommt, sollte durch ihn kommen.“ Ein Leben ohne dieses Kind, sagt sie, wäre für den Angeklagten unvorstellbar. „Die Tochter stand im Zentrum seines Denkens und Fühlens.“

Tochter: Wenn sie sich streiten, beruhige ich beide

Die Angst, bei einer Scheidung das Sorgerecht für das kleine Mädchen zu verlieren, wertet die Staatsanwaltschaft als ein Motiv für den Mord. „Wo willst du lieber wohnen?“, habe sie das Kind bei ihrem Besuch zu Hause gefragt, sagt die Zeugin. „Bei Mama ist es am besten, bei Papa würde ich am liebsten wohnen“, habe die Antwort gelautet mit dem Zusatz: „Wenn sie sich streiten, beruhige ich beide.“

Disharmonie zwischen Gutachterin und Anwalt

„Da übernimmt ein Kind für seine Eltern die Verantwortung“, sagt die Gutachterin.

Verteidiger Prof. Dr. Helmut Pollähne gefällt das nicht. Er zieht die Schlussfolgerungen infrage. „Ich ermittle nicht“, sagt die Gutachterin. Er hakt nach. Sie könne keine der Aussagen belegen. Er fragt weiter - so lange, bis die Psychologin sagt, „das alles ist nicht zufriedenstellend, auch für mich nicht...“. „Danke, keine weiteren Fragen“, fällt er ihr ins Wort. „Danke, dass ich ausreden durfte“, wirft sie zurück.

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