Rotes Auto fährt mit Licht auf der Straße, Nachtaufnahme.

Die meisten Niedersachsen können sich nicht vorstellen, auf ihr Auto zu verzichten. Sie erleben: Es geht einfach nicht ohne - gerade auf dem Land.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)

Der Norden

Die meisten Niedersachsen kämen ohne Auto nicht klar

29. Juni 2022 // 19:05

Zur Arbeit fahren, Einkaufen, Freizeit: Drei Viertel der Niedersachsen sind auf ihr Auto angewiesen. Das ergab die Umfrage "Niedersachsen Check".

Mit ÖPNV unzufrieden

Besonders gilt das für 45- bis 59-Jährige (83 Prozent) und Bewohner in kleineren Ortschaften (87 Prozent). Das liegt auch an den mangelnden Alternativen: 62 Prozent der Niedersachsen sind mit dem Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs nicht zufrieden, 33 Prozent bewerten es als gut. Und wer mit Bus und Bahn unterwegs ist, ist meist der Auffassung (76 Prozent), dass die Politik nicht genug für den ÖPNV tut.

2009 Bürger befragt

Das sind Ergebnisse des „Niedersachsen Checks“, einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von 43 niedersächsischen Tageszeitungen. Vom 14. bis 22. Juni wurden dafür 2009 Erwachsene befragt.

Für 130 auf Autobahn

Weitere Ergebnisse: Dass das Neun-Euro-Ticket langfristige Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung hat und sie zum Umstieg motiviert, bezweifelt eine große Mehrheit (71 Prozent). Eine knappe Mehrheit kann sich mit dem Gedanken anfreunden, innerdeutsche Flüge zugunsten des Klimaschutzes zu verbieten. 55 Prozent sind gegen ein generelles Tempo-30-Limit in Innenstädten. Anders sieht es bei einem Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen aus: 58 Prozent der Befragten plädieren dafür.

Größte Sorge: Inflation

Im Mittelpunkt der Juni-Befragung stand das Thema Verkehrspolitik und -infrastruktur, aber auch anderen Stimmungen wurde nachgegangen: Die Inflation und Preissteigerungen gehören für 34 Prozent der Umfrageteilnehmer momentan zu den größten Problemen des Landes, die Pandemie und ihre Auswirkungen sowie das Thema Bildung wurden von 16 Prozent als problematisch benannt.

Weil verliert Rückhalt

Die Hälfte der Befragten zeigt sich mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden (in einer vorherigen Befragung im April waren es 55 Prozent). 51 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zufrieden zu sein. Im April waren es 57 Prozent.

Das ist der Niedersachsen Check: Wie zufrieden sind die Menschen in Niedersachsen mit der Arbeit der Regierungen in ihrem Land und im Bund? Werden die richtigen Schwerpunkte gesetzt? Solchen Fragen geht der „Niedersachsen Check“ von 43 niedersächsischen Tageszeitungen in monatlichen Befragungen bis zur Landtagswahl am 9. Oktober mithilfe des Meinungsforschungsinstituts Forsa nach. Mehr auf NORD|ERLESEN.

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