Der zukünftige Anleger für das FSRU (floating Storage and Regasification Units) für den Flüssiggasimport nach Deutschland in Wilhelmshaven. Das Terminal soll bereits Ende des Jahres in Betrieb gehen. Umweltschützer haben aber noch Einwände.

Der zukünftige Anleger für das FSRU (floating Storage and Regasification Units) für den Flüssiggasimport nach Deutschland in Wilhelmshaven. Das Terminal soll bereits Ende des Jahres in Betrieb gehen. Umweltschützer haben aber noch Einwände.

Foto: picture alliance/dpa

Der Norden

Umweltschützer kritisieren Gesetz für schnellen Flüssiggas-Ausbau

Autor
Von nord24
13. Mai 2022 // 07:11

Terminals und Leitungen für Flüssiggas werden dringend gebraucht - so dringend, dass der Ausbau per Gesetz beschleunigt werden soll. Umweltschützern geht der Entwurf aber zu weit, sie fordern wichtige Änderungen.

Gegenwind für LNG-Terminal-Ausbau

Mehrere große Umwelt- und Naturschutzverbände haben das geplante Gesetz zum schnellen Ausbau von Terminals für Flüssiggas (LNG) kritisiert. Das Gesetz in seiner geplanten Form sorge für eine Überversorgung mit Erdgas und gefährde die Einhaltung des Klimaschutzgesetzes, heißt es in einem offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten der Regierungskoalition, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Als Alternative zu Russland gedacht

Das LNG-Beschleunigungsgesetz soll den Bau schwimmender und fester Terminals für Flüssiggas beschleunigen. Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine versucht die Bundesregierung verstärkt, unabhängiger zu werden vom Gaslieferanten Russland. Eine Alternative ist LNG, für das in Deutschland bisher aber die nötige Infrastruktur fehlt.

Umweltschützer üben Kritik

Das Vorhaben lehnen die Umweltschützer nicht kategorisch ab, wie aus dem Brief hervorgeht. Sie fordern aber, den am Dienstag im Kabinett verabschiedeten Entwurf an drei Stellen zu ändern: Erstens sollte das Gesetz präzise definieren, wie groß der drohende Energienotstand ist und welche LNG-Kapazitäten es zur Überwindung tatsächlich braucht.

Zweitens fordern der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Greenpeace, der Naturschutzbund Nabu sowie der WWF, die Laufzeitgenehmigungen der Terminals für eine LNG-Nutzung drastisch zu reduzieren - auf eine Laufzeit bis Ende 2030 statt Ende 2043. Eine längere Laufzeit passe nicht zu den Klimaschutzzielen der Regierung und stehe dem geplanten Hochlauf einer grünen Wasserstoffwirtschaft im Weg. Und drittens sollte die geplante Aussetzung der sogenannten Umweltverträglichkeitsprüfung nur für schwimmende LNG-Terminals gelten, die noch im Winter des laufenden Jahres einsatzbereit sein können. (dpa/com)

Immer informiert via Messenger
Wie sicher fühlt ihr euch in eurer Wohngegend?
1579 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger