Die angeklagte Frau sitzt vor Prozessbeginn neben ihrem Anwalt Thorsten Osterkamp in einem Gerichtssaal im Landgericht Verden.

Die angeklagte Frau sitzt vor Prozessbeginn neben ihrem Anwalt Thorsten Osterkamp in einem Gerichtssaal im Landgericht Verden.

Foto: Dittrich/dpa

Der Norden

Verden: Jahre nach Tod eines Kindes - frühere Hebamme vor Gericht

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Von nord24
7. November 2022 // 20:00

Wer trägt die Schuld, dass im Januar 2015 ein Kind während einer Geburt starb? Angeklagt ist in Verden eine frühere Hebamme.

Vorwurf: Körperverletzung mit Todesfolge

Gegen eine frühere Hebamme hat am Landgericht Verden am Montag (7.11.22) ein Prozess begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der 60 Jahre alten Frau Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen vor.

Mutmaßliche Tat liegt fast acht Jahre zurück

Der Verteidiger der Angeklagten sagte zu Beginn der Verhandlung, dass sich die Frau aus Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) umfassend äußern werde. Insofern sie sich erinnern könne. Die mutmaßliche Tat liegt fast acht Jahre zurück. Der Vorsitzende Richter entschuldigte sich daraufhin bei den Beteiligten für den vergleichsweise späten Beginn des Verfahrens: "Das ist kein Ruhmesblatt, was die Justiz jetzt vor sich hertragen muss."

Kind wurde tot geboren

Im Jahr 2015 soll die Angeklagte, damals als Hebamme tätig, während einer mehrtägigen Hausgeburt in Siedenburg (Landkreis Diepholz) erkannt haben, dass es einer gebärenden Frau und ihrem ungeborenen Kind zunehmend schlechter gehe, aber keine notwendigen ärztlichen Maßnahmen veranlasst haben. Der Angeklagten sei dabei bewusst gewesen, dass das ungeborene Kind ohne ärztliche Hilfe sterben könne. Das Kind wurde tot geboren.

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