Ärzte sitzen in der Corona-Notaufnahme des Städtischen Klinikum Dresden im Empfangsbereich vor einem Computerbildschirm.

Ein beachtlicher Teil der Arbeitszeit in Kliniken wird mit Papierkram zugebracht: Deswegen wird ein Bürokratierückbau gefordert.

Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Gesundheit

Ärztepräsidentin fordert Bürokratieabbau in Praxis und Klinik

Von dpa
17. September 2022 // 19:00

Ein Berg an Bürokratie sorgt für Frust bei Medizinern - und gefährdet nach Einschätzung der Ärztekammer in Niedersachsen die Sicherheit der Patienten.

Zeitdruck und Stress

Zuviel unnötige Bürokratie bedroht nach Einschätzung der Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, die ärztliche Versorgung. Sie fordert einen Bürokratieabbau in Krankenhäusern und Praxen angesichts von Zeitdruck und Stress.

Große Belastungen im Gesundheitswesen

«Wir brauchen jetzt jede Ärztin und jeden Arzt in Praxis und Klinik am Krankenbett und in der Patientenversorgung - und nicht zur Erhebung überflüssiger Datenberge ohne weiteren Nutzen für die Patientensicherheit», sagte Wenker anlässlich des Welttages Patientensicherheit am Samstag. Auch die jüngste Befragung des Marburger Bundes spiegele wider, wie prekär die Lage im deutschen Gesundheitswesen sei und wie groß die Belastungen seien, sagte sie.

Ärger mit dem „Papierkram“

An der Umfrage der Ärztegewerkschaft hatten sich im Mai und Juni rund 1300 angestellte Ärzte in Niedersachsen beteiligt, davon 85 Prozent Klinikärzte. Ein großer Kritikpunkt war der bürokratische Aufwand rund um die Patientendokumentation. Fast ein Drittel der Befragten verliert nach eigenen Angaben mit dem «Papierkram» täglich vier Stunden und mehr. Angesichts der Überlastung denkt gut ein Fünftel der Krankenhausmediziner in Niedersachsen der neuen Umfrage zufolge darüber nach, den Beruf aufzugeben. (dpa/dm)

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