Pärchen am Strand

Einen Sonnenbrand gilt es unbedingt zu vermeiden. Darum muss sich jedermann gründlich eincremen, wenn er sich länger in der Sonne aufhalten will.

Foto: Colourbox

Gesundheit
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AOK SPEZIAL

Damit die Sonne nicht gefährlich wird

3. September 2022 // 08:00

Wind in den Haaren, Sonne im Gesicht – der Inbegriff von Sommer. Für unsere Haut können strahlend schöne Tage aber gefährliche Konsequenzen haben. Einer neuen Studie zufolge fürchten sich viele Menschen vor Hautkrebs und gehen trotzdem nachlässig mit dem Sonnenschutz um. Dabei sind die Grundregeln leicht einzuhalten.

Wenn Max morgens aufsteht und sich im Bad fertigmacht, greift er zum Abschluss immer in der oberen linken Ecke seines Badezimmerschranks nach seiner Sonnencreme. Weil er mit dem Rad eine ziemlich lange Strecke zur Arbeit und wieder zurück fährt, cremt er sich stets sorgfältig ein, um sich vor einem Sonnenbrand zu schützen.

Hauptrisikofaktor für Hautkrebs

So weit, so vernünftig. Aber die Szene ist erfunden, und die Realität sieht ganz anders aus. Das hat eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa unter 1.000 Erwachsenen im Auftrag des AOK-Bundesverbandes ergeben. Demnach verwendet mehr als ein Drittel der Befragten Sonnencreme oder -spray allenfalls zu besonderen Gelegenheiten wie im Urlaub oder im Freibad. Und das, obwohl laut Umfrage jeder Zweite Angst vor Hautkrebs hat.

Dabei ist die von der Sonne ausgesendete ultraviolette Strahlung Fachleuten zufolge der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs. Demnach erhöhen etwa Sonnenbrände insbesondere in der Kindheit und Jugend das Risiko, im Lauf des Lebens einen Hauttumor zu entwickeln.

Verbreitete Irrtümer

Die Forscher erfragten auch Wissen über die Wirkung von UV-Strahlung und deckten dabei erhebliche Kenntnislücken auf. Forsa zufolge glaubte rund ein Viertel (23 Prozent) der Befragten zum Beispiel, im Schatten vor Sonnenbrand geschützt zu sein – ein Irrtum. Jeder Zweite kannte darüber hinaus die Bedeutung des Lichtschutzfaktors (LSF) bei Sonnenschutzmitteln nicht.

Hauttyp selbst bestimmen

„Mit dem Lichtschutzfaktor kann ich ausrechnen, wie lange ein ungeschützter Aufenthalt in der Sonne für mich ohne Sonnenbrand möglich ist“, erklärt Dr. Gerhard Schillinger, Leiter des Stabs Medizin und Arzt im AOK-Bundesverband. Hält die Haut zehn Minuten unbeeinträchtigt der Sonne stand und nutzt man Sonnencreme mit LSF 20, kann man sich 200 Minuten der Sonne aussetzen, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen (10 Minuten x LSF 20). Wie groß der Schutz ist, hängt wiederum vom Hauttyp ab. Dieser lässt sich mithilfe eines Selbsttests des Bundesamtes für Strahlenschutz auf www.bfs.de bestimmen.

Solarien lieber meiden

Ein weiterer verbreiteter und gefährlicher Irrtum ist die Vorstellung, durch Besuche im Solarium die Haut quasi gegen echte Sonne abhärten zu können. Wer durch Sonne eher einen Sonnenbrand bekommt, als dass er braun wird, bräunt auch unter der Höhensonne nicht. Richtig ist vielmehr, dass die Strahlung im UV-A-Bereich bis zu sechsmal und bei Gesichtsbräunern sogar bis zu zehnmal stärker ist als die der Sonne. Das erhöht das Hautkrebsrisiko erheblich. Gerhard Schillinger rät darum, Solarien generell zu meiden.

Regelmäßig zur Vorsorge

Um sich möglichst gut vor Hautkrebs zu schützen, sollte man zudem regelmäßig zur Früherkennung gehen, was 28 Prozent der Befragten über 35 Jahren nach Auswertung der Forsa-Umfrage noch nie getan hatten. „Wenn Hautkrebs frühzeitig erkannt wird, ist er in den meisten Fällen gut heilbar“, betont die AOK-Vorstandsvorsitzende Dr. Carola Reimann. „Die Untersuchung tut nicht weh und birgt keine Risiken“, ergänzt Gerhard Schillinger. „Es kann höchstens sein, dass vielleicht einmal zur Sicherheit ein auffälliger Pigmentfleck entfernt wird.“

Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren können ihre Haut grundsätzlich alle zwei Jahre von Kopf bis Fuß untersuchen lassen. Die AOK Bremen/Bremerhaven bietet dieses Screening jährlich an, und zwar allen Menschen ab 15 Jahren. (ams/iz)

Weitere Informationen: aok.de/bremen

Suchwort: Hautkrebs

Mutter und Kind am Strand

Kleine Kinder müssen besonders gut vor Sonne geschützt werden, denn sie haben eine viel empfindlichere Haut als Erwachsene.

Foto: Monkey Business Images

Wie man sich richtig verhält

Guter Sonnenschutz ist ganz entscheidend, um Hautkrebs vorzubeugen. Darum rät die Deutsche Krebsgesellschaft auf ihrem onko-internetportal.de, dass man bei mittlerer und hoher UV-Bestrahlungsstärke in der Mittagszeit Schatten suchen sollte. Die mittlere Stärke ist erreicht, wenn die vom Bundesamt für Strahlenschutz gemessene Strahlung bei 3 bis 7 liegt.

  • Den tagesaktuellen UV-Index kann jedermann auf der Internetseite des Amtes (bsf.de) abrufen. Hier lässt sich auch ein UV-Newsletter bestellen.
  • Bei sehr hoher Strahlungsstärke während der Mittagszeit (UV-Index 8 und höher) sollte man sich möglichst nicht im Freien aufhalten.
  • Aktivitäten im Freien sollten in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden.
  • Ein Sonnenbrand sollte vermieden werden.
  • Bei Aufenthalten im Freien ist es ratsam, lange, sonnendichte, luftige Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille zu tragen. Im Handel ist demnach auch spezielle UV-Schutz-Kleidung zu haben.
  • Unbekleidete Stellen, etwa Gesicht, Ohren, Glatze, Schultern, Hände, Unterarme und Fußrücken sollten reichlich mit Sonnenschutzmittel eincremt werden, mit rund zwei Milligramm pro Quadratzentimeter. Dr. Gerhard Schillinger nennt als Faustregel vier Esslöffel Sonnencreme für einen Erwachsenen, wobei alle zwei Stunden und nach einem Aufenthalt im Wasser nachzucremen sei.
  • Wasserfeste Sonnenschutzmittel empfehlen sich beim Baden, textiler Lichtschutz gilt als noch besser.
  • Bei einem geplanten längeren Aufenthalt im Freien von über 30 Minuten sollte zuvor eine Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen werden, der dem individuellen Hauttyp angepasst ist.
  • Bei allen Aktivitäten im Freien den UV-Index berücksichtigen. Die tagesaktuellen Werte sind unter anderem beim Bundesamt für Strahlenschutz auf bfs.de abrufbar.
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