Maide Gündogdu Portrait

Maide Gündogdu hat ein klares Ziel vor Augen, Disziplin ist ihr sehr wichtig.

Foto: Luise Langen

Lifestyle

Disziplin und Gesundheit

Fastenzeit – eine persönliche Challenge

18. Mai 2022 // 12:00

Der April war dieses Jahr für Muslime nicht irgendein Monat, sondern der des Ramadan. Maide Gündogdu freut sich jedes Jahr auf die persönliche Challenge.

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Ich beteilige mich bewusst und freiwillig am Ramadan und trage erst seit zwei Jahren einen Hijab“, erklärt die Soziologie-Studentin, deren Mutter und jüngere Schwester ihre Haare seit jeher offen tragen.

Nur eine Frage der Disziplin

„Bereits seit Anfang des Jahres habe ich mich mental auf den Ramadan vorbereitet. Ich vergleiche das mit dem Finale in einem sportlichen Wettbewerb. Es ist eine Frage der Disziplin, wenn ich mich für etwas entschieden habe, dann ziehe ich das durch.“

Diese Willensstärke beweist die Einser-Schülerin, die neben ihrem Studium im Hafen Autofähren be- und entlädt. „Ich besuche die Vorlesungen, anschließend fahre ich zur Spätschicht. In den Pausen bete ich und setze mich an meine Hausarbeiten. Nach Feierabend erledige ich bis 1 Uhr morgens noch Aufgaben fürs Studium. Disziplin ist ein wichtiger Faktor in meinem Leben. Ich habe ein klares Ziel vor Augen und es liegt an mir, dass ich es erreiche.“

Gemeinschaftsgefühl steigt

Wenn Maide keine Prüfungen oder Hausarbeiten zu erledigen hat, geht sie gerne in der Natur spazieren oder verbringt Zeit im Kreise ihrer Familie. „Die Natur beruhigt mich sehr und auch Freunde und Familie sind für mich eine gute Medizin gegen Stress.“

Kein Wunder, dass für die charakterstarke Frau die Vorteile des Fastenmonats wichtiger sind als die Entbehrungen. „Es ist wie die Adventszeit vor Weihnachten. Wir kochen in der Familie gemeinsam und brechen abends das Fasten miteinander. Wenn du 30 Tage jeden Abend in Gesellschaft speist, wächst du zusammen, alle unterstützen sich und sind euphorisch, das Etappenziel oder am Ende das Ramadanfest erreicht zu haben.“

Reinigung des Körpers

Maide vergleicht das Fasten mit der Reinigung des Körpers und des Geistes. Es sei immer wichtig, sich gesund zu ernähren und genug zu trinken. Dies sei während des Ramadans noch wichtiger und deshalb fühlen sich viele Muslime nach dem Ramadan fitter und gesünder.

Persönliche Weiterentwicklung

Ihre Entscheidung, einen Hijab zu tragen, hat die junge Frau getroffen, nachdem sie sich verstärkt mit dem Koran und dem islamischen Glauben auseinandergesetzt hat. „Ich bin religiös aufgewachsen, aber mit 20 habe ich mir gesagt, wenn ich einer Religion angehöre und mich mit ihr identifiziere, dann mache ich es auch richtig. Das äußere Erscheinungsbild zeigt nur zwei Prozent von dem, was uns ausmacht.

Mein Ziel ist es, mich charakterlich weiter zu entwickeln und gottesfürchtig zu werden. Das heißt für mich Respekt zu zeigen, so wie ich es meinen Eltern entgegenbringe, so bringe ich auch meinem Glauben Liebe und Respekt entgegen. Wenn wir uns alle im Leben positiv begegnen, friedlich denken und handeln, ist allen geholfen.“ (ran).

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