Lieber zu frischem Obst und Gemüse greifen statt zu Smoothies.

Lieber zu frischem Obst und Gemüse greifen statt zu Smoothies.

Foto: AOK-Mediendienst

Gesundheit
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Ernährungsmythen – Was wirklich stimmt

15. Oktober 2021 // 08:00

Ist Margarine wirklich gesünder als Butter? Und hilft ein Schnaps bei der Verdauung? Karolin Wagner, Ernährungsberaterin bei der AOK, hat fünf Ernährungsmythen unter die Lupe genommen.

Spätes Essen macht dick

Untersuchungen zur Auswirkung von spätem Essen geben keine eindeutige Antwort: Manche sagen, dass es sich ungünstig auf das Gewicht auswirken könnte, andere bestätigen dies nicht. „Um das Gewicht zu halten, ist letztlich die Gesamtkalorienbilanz des Tages wichtig: Wenn man tagsüber nur leichte Mahlzeiten zu sich genommen hat, spricht nichts gegen ein großzügigeres Abendessen“, sagt die AOK-Ernährungsberaterin Karolin Wagner.

Schnaps zum Verdauen

Alkohol regt zwar die Magensäureproduktion an und entspannt die Muskeln – das unangenehme Völlegefühl wird dadurch verringert. Er hilft aber nicht bei der Fettverdauung. „Der Körper ist dann erst einmal mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt, anstatt die Nahrung zu verdauen. Die Verdauung im Magen verzögert sich und der Weitertransport der Nahrung in den Dünndarm wird gehemmt“, sagt Wagner.

Smoothies als Alternative

Bei der Herstellung von Smoothies können – zum Beispiel durch das Schälen von Kernobst – wertvolle Inhaltsstoffe verlorengehen. Deshalb ist es gesünder, beispielsweise den Apfel mit Schale zu essen. Obst und Gemüse bieten außerdem ein „Kauerlebnis“: Durch das Kauen dauert der Vorgang des Essens länger als beim raschen Trinken eines Smoothies, das Sättigungsgefühl hält länger an. Ein Smoothie sollte daher die Ausnahme sein und dann am besten selbst gemacht werden.

Margarine ist gesünder

Was das Fettsäurespektrum betrifft: ja. Margarine wird überwiegend aus pflanzlichen Ölen wie Raps-, Oliven-, Lein- oder Sonnenblumenöl hergestellt, die reich an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sind. Diese können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. „Vor allem Menschen mit erhöhten Blutfettwerten sollten deshalb statt Butter lieber Margarine mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren nutzen“, empfiehlt Ernährungsberaterin Wagner. Dagegen kommt Butter als tierisches Produkt ohne viele Zusätze aus und liefert natürlicherweise die Vitamine A und E.

Spinat macht stark

Ja, aber: Ein Forscherteam der Freien Universität Berlin hat herausgefunden, dass ein Extrakt aus Spinat die Leistung von Spitzensportlern steigern kann. So hat die im Spinat enthaltene Substanz Ecdysteron offenbar starke Effekte auf Muskelzellen. Allerdings konsumierten die Testpersonen der Studie mehr als zwei Monate lang täglich mindestens zwei Kapseln mit dem Extrakt. Um den gleichen Effekt mit frischem Spinat zu erzielen, müsste man allerdings zehn Wochen lang jeden Tag bis zu vier Kilogramm Blattspinat essen.

Weitere Infos:

Unter Nord24.de/Lotse/Gesundheit sind weitere Informationen zu den Ernährungsmythen zu finden.

Noch mehr Ernährungsmythen bietet die Seite utopia.de/ ratgeber/richtige-ernaehrung-ernaehrungsmythen.

Auf aok.de/pk/magazin/ernaehrung bietet die AOK Bremen/ Bremerhaven Wissenswertes zur Ernährung.

AOK-Ernährungsberatung:

Telefon 0471 16-77150 aok.de/bremen/
ernaehrungsberatung

AOK-Expertenforum
„Ernährung“:
aok.de/forum

Diana Haack, Ernährungsberaterin bei der AOK Bremen/Bremerhaven.

Diana Haack, Ernährungsberaterin bei der AOK Bremen/Bremerhaven.

Foto: Jens Lehmkühler

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