s feiern Pinguins-Sieg im ersten Freiluftspiel

© Vennenbernd/dpa

Ungewohnter Anblick: Eishockey im Kölner Fußballstadion.

1.500 Fans feiern Pinguins-Sieg im ersten Freiluftspiel

Die Fischtown Pinguins spielten in der Deutschen Eishockey-Liga im Kölner Fußballstadion gegen die Kölner Haie.

Pingins

Pinguins

Die Fischtown Pinguins haben das erste Freiluftspiel in ihrer Geschichte gewonnen. Im Kölner Fußballstadion schlugen die Bremerhavener die Kölner Haie mit 2:1 - sehr zur Freude der 1.500 mitgereisten Fans, die für eine tolle Stimmung sorgten.

„Es war ein denkwürdiges Spiel. Das erste Outdoor-Spiel zu gewinnen, ist etwas Besonderes für Fischtown“, erklärte Trainer Thomas Popiesch. „Wir haben versucht, das Spiel bei diesen schwierigen Verhältnissen einfach zu halten. Die Jungs haben eine tolle Energieleistung gebracht.“ Zum Ende hin wurde es immer regnerischer - typisch norddeutsches Wetter, mit dem die Pinguins bestens zurecht kamen.

Es war sowieso ein Freiluftspiel der anderen Art. Während beim offiziellen „DEL-Wintergame“ der Deutschen Eishockey-Liga Anfang Dezember mehr als 40.000 Zuschauer dabei waren, war das 50.000 Zuschauer fassende Kölner Fußballstadion diesmal mit 14.352 Fans nur zu etwas mehr als einem Viertel gefüllt. Trotzdem war es eine besondere Atmosphäre, und für die sorgten vor allem die 1.500 Pinguins-Fans, die im Oberrang der Nordtribüne mit ihren Trommeln und Gesängen ordentlich Stimmung machten. Sie waren weit weg von der Spielfläche, und trotzdem sehr präsent. Die gesamten 60 Minuten hindurch machten sie Lärm. „Es war ein verrücktes Erlebnis, auch wenn das Wetter nicht das beste war. Die Fans waren fantastisch, es war wie ein Heimspiel. Phasenweise habe ich nur unsere Fans gehört, nicht die Kölner. In so einem Spiel ein Tor zu schießen, ist natürlich umso schöner“, sagte Christian Wejse, der den ersten Treffer für die Pinguins erzielte. Das Siegtor schoss dann Antti Tryäinen. Der finnische Stürmer war gerade erst zurück im Kader, immerhin einer der kranken oder verletzten Spieler war also wieder auf dem Eis. Sie begannen wie so häufig auswärts passiv, versuchten wenig Chancen der Gegner zuzulassen. Das gelang im ersten Drittel weitgehend, bis zu einem späten Powerplay der Haie. Aber die Druckphase der Gastgeber war genauso schnell wieder zu Ende wie der erste kurze Regenschauer.

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Nicholas Jensen hält Kölns Alexander Oberlinger (vorne) vom Pinguins-Tor mit Maximilian Franzreb weg.

Köln ging in der 26. Minute in Führung, und dabei zeigte sich, wie rasant sich im Eishockey das Schicksal wenden kann. Eben noch fälschte Ross Mauermann einen Schuss vor dem Tor ab, Haie-Torhüter Oleg Shilin konnte nur mit viel Glück parieren. Praktisch im Gegenzug ging Köln bei einer ähnlichen Szene in Führung. Mark Olver fälschte einen Schuss ab, Maximilian Franzreb fehlten ein paar Hundertstelsekunden, um die Beine zusammenzubekommen. Olver hatte dabei den Schläger sehr hoch, aber die Schiedsrichter gaben nach Ansicht der Videobilder das Tor zum 1:0.

Sofort schalteten die Pinguins um, machten Druck wie in keiner Phase zuvor in diesem Spiel. Köln kam gar nicht zum Verschnaufen. Dann sogar eine fünfminütige Überzahl der Pinguins nach einem Bandencheck von Alex Oblinger gegen Moritz Wirth. Zunächst ging nicht viel bei den Pinguins, Alex Friesen musste sogar mit letztem Einsatz einen Konter stoppen. Aber dann scheiterte Miha Verlic zweimal aus kurzer Distanz. Der Ausgleich war nahe, und er fiel nur wenig später im nächsten Überzahlspiel - vielleicht half der typisch norddeutsche Nieselregen, der inzwischen wieder eingesetzt hatte. Friesen gewann das Bully, einen schönen Spielzug über Tyrväinen vollendete Wejse mit dem 1:1 (39.). Es war bereits das achte Powerplay-Tor des Dänen.

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Eishockey im Kölner Fußballstadion.

Luis Üffing eröffnete das Schlussdrittel mit einer Riesenchance, aber Franzreb zeigte, warum er derzeit einer der besten Torhüter der DEL ist und parierte. Dann musste Zach Sill nach einem Check gegen den Kopf von Niklas Andersen mit einer Matchstrafe vom Eis und die Pinguins waren erneut fünf Minuten in Überzahl.

Die 1.500 Pinguins-Fans schoben stimmgewaltig von den Rängen aus an und die Pinguins nahmen Tempo auf. Ross Mauermann tauchte frei vor Shilin auf, doch der hielt (44.). Wejse zielte knapp drüber. Und dann endlich Jubel auf der Nordtribüne: Tyrväinen traf aus dem Zentrum zum 2:1 (47.). Inzwischen regnete es dauerhaft, die Eisfläche wurde immer nasser. Die Pucks trudelten deutlich häufiger, das Spiel litt. Aber nicht der Wille der Pinguins. Sie „killten“ ein Haie-Powerplay und hielten die Kölner gekonnt vom eigenen Tor fern.

Die Bremerhavener Fans bestimmten inzwischen komplett die Stimmung im Stadion. Dann ein weiteres Powerplay der Haie, aber wieder hielten die Pinguins dicht. Richtig brenzlig wurde es in den beiden Schlussminuten, als Köln den Torhüter zog und mit sechs Feldspielern Druck machte. Doch die Pinguins brachten den Sieg heim.

Stimmen zum Spiel:

„Es war eine Erfahrung, die man nur einmal im Leben macht. Die Unterstützung der Fans war einmalig. Wir haben schon vor dem Spiel Videos aus dem Zug gesehen, wie sie feiern und Bier trinken. Es war eine große Sache für uns, dass sie da waren.“ Antti Tyrvainen

„Am Anfang ging es noch mit dem Wetter, aber es ist immer schwieriger geworden. Im letzten Drittel konnte man als Torwart kaum noch rutschen. Die Jungs haben auch nur noch versucht, die Scheibe rauszuchippen. Aber scheißegal, wie das Wetter ist, so ein Spiel genießt man einfach. Wir haben uns ein schönes Geschenk zu Weihnachten gemacht.“ Maximilian Franzreb

„Sowas erlebt man in seinem Leben vielleicht nur einmal, und dann mit so einem Ausgang. Ein größeres Weihnachtsgeschenk kann es eigentlich nicht geben. 2:1 im Kölner Stadion - das ist für uns ein epochales Erlebnis gewesen. Unsere Fans haben Stimmung gemacht, als wenn in Bremerhaven keine Einwohner mehr wären. Toppen könnte das nur ein Open-Air-Spiel im Weserstadion vor 40.000 Fans.“ Alfred Prey

Kölner Haie - Fischtown Pinguins 1:2 (0:0; 1:1; 0:1)

Tore: 1:0 (25:21) Olver (Sill, Sennhenn); 1:1 (38:48) Wejse (Tyrväinen, Friesen) bei 5/4; 1:2 (46:56) Tyrväinen (Friesen, Wejse) bei 5/4;

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Erstellt:
22. Dezember 2022, 22:06 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 46sec

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