Eine Schale mit vorbereiteten Impfspritzen für Auffrischungsimpfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer sind im Corona-Impfzentrum im Asklepios Klinikum Harburg zu sehen.

Ärztinnen und Ärzte laufen Sturm gegen eine mögliche Deckelung bei der Belieferung mit dem Biontech-Vakzin.

Foto: Christian Charisius/dpa

Deutschland und die Welt

Ärzte laufen Sturm gegen geplante Biontech-Deckelung

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Von nord24
21. November 2021 // 12:44

Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen protestieren erbittert gegen die angekündigte Begrenzung der Biontech-Impfstofflieferungen.

Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen spricht von „Sabotage der Impfkampagne“

Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, wies die Pläne als eine „weitere Fehlorganisation“ des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) zurück. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) verlangte am Sonntag, die „gravierende Fehlentscheidung“ zu revidieren - und sprach gar von „Sabotage der Impfkampagne“.

Wenker: Moderna-Impfstoff darf bei bestimmten Personengruppen nicht eingesetzt werden

„Das Hauptproblem ist, dass wir den Moderna-Impfstoff nach der neuesten Stiko-Empfehlung bei bestimmten Personengruppen nicht einsetzen dürfen. Alle unter 30 Jahre - Kinder, Jugendliche und Erwachsene und zudem alle Schwangeren - müssen mit Biontech geimpft werden“, sagte Wenker am Samstag. Aktuelle Analysen zeigten, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Jungen und jungen Männern sowie bei Mädchen und jungen Frauen nach der Impfung mit Moderna (Spikevax) häufiger beobachtet würden als nach der Biontech-Impfung. Der Moderna-Impfstoff sei gut, effektiv und hervorragend geeignet für über 30-Jährige, betonte Wenker, die als Oberärztin und Lungenfachärztin in einer Klinik arbeitet.

Eingelagerte Moderna-Impfdosen könnten verfallen

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder betont, dass bis Jahresende genug Impfstoff auch für Auffrischungsimpfungen zur Verfügung stehe. Neben dem Präparat von Biontech/Pfizer solle dafür aber vermehrt das von Moderna eingesetzt werden. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was aber vermieden werden müsse. Für Biontech sollen daher Höchstbestellmengen definiert werden, wie es in dem Schreiben heißt. Praxen sollen demnach vorerst maximal 30 Dosen pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1020 Dosen. Betont wird: „Bestellungen für Moderna-Impfstoff werden keiner Höchstgrenze unterliegen und vollumfänglich beliefert.“

Viele Booster-Impfungen mit dem Biontech-Vakzin seien bereits vereinbart worden

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen warnte, in den vergangenen Tagen seien Tausende von Impfterminen in den Praxen vor allem für Booster-Impfungen mit dem Biontech-Vakzin vereinbart worden. In der ersten Impfwelle im Frühjahr und Frühsommer sei überwiegend dieser Impfstoff verwendet worden, ein ausreichendes Kontingent für die Booster-Impfkampagne sei von Spahn zugesagt worden. Die Budgetierung sei ein „weiterer Planungsfehler“. „So erbost habe ich Ärztinnen und Ärzte noch nie gesehen“, sagte ein Sprecher. (dpa/mb

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