Eisbären-Profis bleiben in der Offensive kalt

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Die körperbetonte Verteidigung der Nürnberger - hier eine Szene aus dem Hinspiel mit Lennard Larysz (links) und dem Falcons-Profi Justinas Ramanauskas - machte den Eisbären das Leben schwer.

Zu viele Eisbären-Profis bleiben in der Offensive kalt

22 vergebene Drei-Punkte-Würfe und Schwächen beim Rebound haben den Eisbären Bremerhaven zum Rückrundenstart der Zweiten Basketball-Bundesliga eine Niederlage beschert. Im Back-to-Back-Spiel nahmen die Nürnberg Falcons erfolgreich Revanche.

Den Nürnbergern gelang damit die Revanche für die 82:88-Niederlage in Bremerhaven. Damit entschieden sie den direkten Vergleich für sich. Vor 2.254 Zuschauern machten die Franken, die zuvor zwei Heimpleiten in Folge hinnehmen mussten, über weite Strecken den engagierteren Eindruck. „Ich hatte das Gefühl, dass sie es in vielen Phasen des Spiels mehr gewollt haben als wir. Bei den 50:50-Bällen waren sie oft am Boden und haben darum gefightet“, erkannte Steven Key den verdienten Sieg der Falcons an. Der Eisbären-Coach sprach seinen Spielern, die sich nach einem 17-Punkte-Rückstand Ende des dritten Viertels im Schlussabschnitt zurückgekämpft hatten, zwar nicht den Siegeswillen ab, legte aber auch den Finger in die Wunde: „Wir müssen einen Weg finden, nicht immer in so ein Loch zu fallen. Es tut weh, wenn man immer zweistelligen Rückständen hinterherlaufen muss.“

Die Eisbären mussten erneut auf Jarelle Reischel (Achillessehne) verzichten. Der Amerikaner Corey Akmal Manigault, der sich im Rahmen eines Tryouts für ein festes Engagement empfehlen kann, hatte die Reise nach Nürnberg zwar mitgemacht, wurde aber noch nicht eingesetzt. „Er wird am Montag ins Mannschaftstraining einsteigen. Es hätte keinen Sinn ergeben, ihn jetzt schon reinzuwerfen“, sagte Key zu dem potenziellen Neuzugang, der vor 14 Monaten letztmals gespielt hat. Wunderdinge dürfe man von Manigault daher nicht erwarten: „Egal, wie viel er individuell trainiert hat: Wenn du nicht fünf gegen fünf trainierst, wirst du nicht bei 100 Prozent sein.“ Der 24-Jährige könne dem Kader mehr Tiefe verleihen und helfen, Ausfälle besser zu kompensieren.


Die erste Auszeit kommt nach zwei Minuten

Bei den Nürnbergern sorgte die Rückkehr von Sebastian Schröder, der in Bremerhaven gefehlt hatte, für größere Auswahl. Der Kapitän der Falcons eröffnete mit fünf Punkten in Folge ein wildes, offensiv geprägtes erstes Viertel. Key nahm bereits nach zwei Minuten beim Stand von 2:9 aus Sicht der Gäste seine erste Auszeit. Danach lief es besser bei den Eisbären, das Key-Team lebte in dieser Phase von einigen Ballgewinnen und einer starken Dreierquote (4/8). Das erste Viertel ging mit 27:26 an die Falcons.

Die Nürnberger verteidigten deutlich bissiger als im Hinspiel, was den Eisbären zu schaffen machte. Sie warfen im zweiten Viertel gerade mal elf Punkte und blieben knapp sechs Minuten lang ohne Feldkorb. Die Dreierquote sank auf 24 Prozent und auch aus dem Zweier-Bereich wurden viele Fahrkarten geschossen. „Wenn du nicht von außen triffst, musst du zum Korb gehen und Fouls ziehen. Das haben wir zu wenig gemacht“, vermisste Key die Physis im Spiel seiner Mannschaft.

So gingen die Nürnberger wie in Bremerhaven mit einer Neun-Punkte-Führung in die Kabine (46:37). Im Heimspiel hatten die Eisbären in der zweiten Halbzeit eine beeindruckende Aufholjagd gestartet. Auch in Nürnberg standen die Vorzeichen dafür eigentlich günstig, denn mit Justinas Ramanauskas und Moritz Krimmer gingen zwei Leistungsträger der Falcons mit drei Fouls belastet in die zweite Hälfte.


Mit der Zonenverteidigung läuft es besser

Von einer Aufholjagd konnte im dritten Viertel jedoch nicht die Rede sein. Der Rückstand wuchs sogar auf 17 Punkte an (63:46, 28. Minute). Key musste zwei seiner drei Auszeiten opfern, um sein Team wieder halbwegs in die Spur zu bringen. Dass der Rückstand nach 30 Minuten nur noch 13 Punkte betrug (66:53), lag aber eher an den Falcons, die sich zu viele Ballverluste leisteten und an der Freiwurflinie schwächelten.

Wie so oft in dieser Saison suchten die Eisbären ihr Heil in einer Zonenverteidigung. Damit bereiteten sie den Gastgebern einiges Kopfzerbrechen. Dreieinhalb Minuten vor Schluss lagen die Eisbären nur noch mit fünf Punkten zurück (65:70). Die Wende gelang ihnen dieses Mal aber nicht mehr, weil sie mehr Fehler machten als die Nürnberger. Ein Ballverlust von Simon Krajcovic und ein Offensivfoul von Robert Oehle taten in der Crunchtime weh. Letztlich fehlte zu vielen Spielern wie Daniel Norl und Matt Freeman der offensive Rhythmus, 70 Punkte sind eine schwache Ausbeute.


Die Statistik

Eisbären Bremerhaven: ADRIAN BREITLAUCH (15 Punkte, 6/7 Freiwürfe); MATT FRIERSON (14 Punkte, 3/7 Dreier); ROBERT OEHLE (8 Punkte, 5 Ballverluste); Lennard Larysz (7 Punkte); SIMON KRAJCOVIC (7 Punkte, 3/11 Feldwürfe); Daniel Norl (6 Punkte); Bernat Vanaclocha Sanchez (5 Punkte); MATT FREEMAN (4 Punkte, 5 Assists, 6 Rebounds); Justin Stovall (4 Punkte, 5 Rebounds); Carlo Meyer

Nürnberg Falcons: THOMAS WILDER (16 Punkte, 5 Assists); SEBASTIAN SCHRÖDER (13 Punkte, 5 Rebounds); JACKSON KREUSER (13 Punkte, 5/7 Zweier, 7 Rebounds)

Schiedsrichter: Peter Wolff, Kerstin Kammann, Nikola Krajacic

Viertel: 27:26, 19:11, 20:16, 11:17

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Erstellt:
21. Januar 2023, 20:43 Uhr
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