ins machen das Spiel, Straubing macht die Tore

© Lothar Scheschonka

Dominik Uher (Mitte) erzielte gegen Ende des ersten Drittels das 1:1 für die Fischtown Pinguins.

Die Pinguins machen das Spiel, Straubing macht die Tore

In der Deutschen Eishockey-Liga hatten die Fischtown Pinguins die Straubing Tigers zu Gast.

Die Fischtown Pinguins haben in der Deutschen Eishockey-Liga eine knappe Niederlage gegen die Straubing Tigers kassiert. Die Gäste nutzten ihre Torchancen besser und „klauten“ die Punkte, wie es Trainer Tom Pokel treffend ausdrückte.

„Wir haben aus wenigen Gelegenheiten die Tore geschossen. Bremerhaven hat hervorragend gespielt, wir haben - auf Deutsch gesagt - die drei Punkte geklaut. Bremerhaven war die bessere Mannschaft“, sagte Straubings Trainer Pokel. Durch die 3:4-Niederlage verpassten die Fischtown Pinguins die Chance, Platz vier in der Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga von den Straubing Tigers zu übernehmen. „Das letzte Quäntchen in der Ausführung war entscheidend“, sagte Pinguins-Trainer Thomas Popiesch. „Wir haben zu viel liegengelassen, Straubing hat die Qualität im Abschluss gehabt.“ Für die Pinguins war es die dritte Niederlage in Folge. „Es ist für uns frustrierend, dass in einer Woche drei Spiele weggehen, in denen wir dran sind. Da müssen wir sehen, dass wir einen Weg finden, diese Spiele zu gewinnen“, sagte Popiesch.

Die große Frage vor dem Spiel war: wie würden die Spieler der Pinguins das Spiel vom Freitag bei den Iserlohn Roosters wegstecken, als sie nach einer eklatanten Schiedsrichter-Fehlentscheidung verloren? Sehr gut. Trotz der Niederlage stimmte die Leistung. „Es war frustrierend, aber das hat uns gegen Straubing nicht beeinflusst. Solche Sachen passieren. Hoffentlich passieren sie nicht noch einmal“, sagte Pinguins-Stürmer Alex Friesen.

Die Aufstellung blieb nahezu identisch, Miha Verlic und Philip Samuelsson fehlten weiterhin. Lediglich im Tor gab es einen Wechsel: diesmal startete Maximilian Franzreb. Die Pinguins waren wie gegen Iserlohn auch gegen Straubing spielbestimmend. Aber während sie das Spiel machten, machten die Tigers die Tore.


Kurioses Gegentor in der ersten Minute

Einen frühen Nackenschlag steckten sie Pinguins noch schnell weg. Bereits nach 54 Sekunden gerieten sie durch ein „Eiertor“ 0:1 in Rückstand. Benedikt Kohl wollte den Puck aus der neutralen Zone in die Rundung schießen, doch die Scheibe wurde von Mark Zengerles Schlittschuh Richtung Tor abgelenkt. Unglücklicherweise war Torhüter Franzreb schon auf dem Weg zur Torbande, wo er den Puck eigentlich erwartete - der trudelte derweil ins leere Pinguins-Tor.

Die Pinguins waren nicht verunsichert, zogen ihr druckvolles Spiel auf und verlagerten das Geschehen vor das Straubinger Tor. Ross Mauermann scheiterte am Pfosten, Antti Tyrväinen an Torhüter Hunter Miska, Chris Wejse zielte aus dem Gewühl vorbei - das waren nur drei aus einer Reihe guter Gelegenheiten. Eine Traum-Kombination führte zehn Sekunden vor Ende des ersten Drittels dann zum verdienten Ausgleich. Eingeleitet von Alex Friesen kam der Puck über Phillip Bruggisser und Antti Tyrväinen zu Dominik Uher, der das von den 4.443 Fans euphorisch bejubelte 1:1 (20.) erzielte.


Gegentor nach sieben Sekunden im zweiten Drittel

Auch das zweite Drittel begann für die Pinguins mit einem Nackenschlag. Und diesmal kam er noch schneller: Nach einem nicht sauber aus dem eigenen Drittel gespielten Pass lief JC Lipon plötzlich frei auf das Tor zu und ließ Franzreb beim 2:1 (21.) keine Chance. Diesmal dauerte es etwas länger, bis die Pinguins das Spiel wieder in die Hand nahmen. Aber es blieb der gleiche Ablauf. Die Chancen wurden gut herausgespielt, aber nicht verwertet. Besonders bitter war das in der 30. Minute, als Tigers-Torhüter Miska mit einer Flugparade gegen Ziga Jeglic den Ausgleich verhinderte und Straubing im direkten Gegenzug das 3:1 durch Marcel Brandt erzielte.

Die Pinguins begannen zu verzweifeln ob der vergebenen Chancen. Jan Urbas traf aus spitzem Winkel nur die Latte des leeren Tores, wenig später stand der Kapitän frei vor Miska, brachten den Puck aber nicht an ihm vorbei. Und auch im Powerplay hatten die Pinguins kein Glück. Dominik Uher und Chris Wejse verpassten knapp. Der Zwei-Tore-Rückstand nach 40 Minuten passte nicht zum Spielgeschehen. „Wir haben das Spiel die meiste Zeit bestimmt und hatten genug Chancen zu gewinnen. Das passiert manchmal“, sagte Alex Friesen.

Ein frühes Tor im letzten Drittel sorgte dafür, dass es ein packendes Spiel blieb. Tryväinen scheiterte in der 43. Minute zunächst an Miska, verwertete dann aber den Nachschuss zum 2:3. Ein von Niklas Andersen abgefälschter Schuss hätte zwei Minuten später fast den schnellen Ausgleich gebracht. Die Pinguins mussten weiter gegen den Rückstand anrennen und taten das unermüdlich. Doch Straubing blieb effizient und nutzte einen der wenigen Konter zum 4:2 durch Jason Akeson (53.). Trotzdem steckten die Bremerhavener nicht auf und kamen auf 3:4 heran, als Alex Friesen in der 55. Minute frei auf Miska zulief und ihm den Puck durch die Beine schoss. Die letzten Minuten wurden zu einem Sturmlauf der Pinguins. Die letzten 86 Sekunden mit dem sechsten Feldspieler spielten sich komplett im Straubinger Drittel ab - ohne Erfolgserlebnis für die Pinguins. „Wir haben keine Punkte geholt, aber wir haben gut gespielt. Seit wir wieder einen fast vollen Kader haben, sind wir im Rollen. Darauf können wir aufbauen“, sagte Vizekapitän Friesen mit Blick auf die nächsten Spiele.

Pinguins - Straubing 3:4 (1:1; 0:2; 2:1)

Tore: 0:1 (0:54) Zengerle (Kohl, Leier); 1:1 (19:50) Uher (Tryväinen, Bruggisser); 1:2 (20:07) Lipon (Brandt); 1:3 (29:49) Brandt (Leier, St. Denis); 2:3 (42:24) Tyrväinen (McKenzie); 2:4 (52:05) Akeson (Conolly, Schönberger); 3:4 (54:21) Friesen (Jensen, Bruggisser)

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Erstellt:
8. Januar 2023, 16:13 Uhr
Lesedauer:
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