Maria Ressa (l) von den Philippinen, Journalistin und Chefin der Online-Nachrichtenagentur Rappler, und der Russe Dmitri Muratow , Chefredakteur der Moskauer Zeitung «Nowaja Gaseta»,

Muratow und Ressa wurden in diesem Jahr für ihre Arbeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Deutschland und die Welt

Friedensnobelpreisträger in Skandinavien ausgezeichnet

10. Dezember 2021 // 17:43

Die Friedensnobelpreisträger Maria Ressa und Dmitri Muratow finden in Oslo klare, furchtlose Worte - auch gegen soziale Medien.

Preisverleihung in Oslo

Die philippinische Journalistin Maria Ressa (58) und der russische Journalist Dmitri Muratow, wurden mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den renommierten politischen Preis nahmen die Journalisten am Freitag im Rathaus von Oslo entgegen.

Appell an die Welt

Maria Ressa und Dmitri Muratow appellierten eindringlich an die Welt, Journalisten besser zu schützen und gemeinsam für die Pressefreiheit einzustehen. Sie erinnerten an zahlreiche Kollegen, die in verschiedenen Teilen der Welt wegen ihrer Arbeit verfolgt und inhaftiert werden oder gar getötet wurden.

Russlands Schattenseiten

„Journalismus in Russland geht durch ein dunkles Tal“, sagte Muratow in seiner Nobelrede. Mehr als 100 Journalisten, Medien, Menschenrechtler und Nichtregierungsorganisationen seien jüngst als „ausländische Agenten“ eingestuft worden, was in Russland „Feinde des Volkes“ bedeute. Viele seiner Kollegen hätten ihre Jobs verloren, manche das jeweilige Land verlassen müssen.

Gegengift gegen Tyrannei

Die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis gelte dem wahren Journalismus. „Dieser Preis ist für meine Kollegen von "Nowaja Gaseta", die ihr Leben verloren haben“, sagte Muratow, ehe er ihre Namen verlas. „Dieser Preis ist auch für die Kollegen, die am Leben sind, die professionelle Gemeinschaft, die ihre berufliche Pflicht erfüllt.“ Journalisten hätten die klare Mission, zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden. „Wir sind die Voraussetzung für Fortschritt. Wir sind das Gegengift gegen Tyrannei.“

Kritik an Regierung und Internetkonzernen

Neben dem Vorgehen der philippinischen Regierung von Präsident Rodrigo Duterte kritisierten sie auch das Vorgehen von Internetkonzernen wie Facebook, die mit der Verbreitung von Lügen und Hass Profit machen würden. Ressa und Muratow bekommen die Auszeichnung „für ihre Bemühungen um die Wahrung der Meinungsfreiheit, die eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden ist“. Die mehrfach ausgezeichnete Maria Ressa ist Chefredakteurin des Online-Nachrichtenportals Rappler, sie gilt als ausgesprochene Duterte-Kritikerin. Dmitri Muratow ist Chefredakteur der kremlkritischen Zeitung „Nowaja Gaseta“. (dpa)

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