en die Arbeiter sicher oder hatte Bremenports Glück?

© Wolfhard Scheer / Illustration: Charlene Schnibbe

Laut Bremenports hat der Ponton „BHV Innovation“ die Mole so stabilisiert, dass Arbeiter sie ohne Gefahr betreten konnten. Der Ponton lag allerdings nicht an der Stelle, die am 13. September jäh einstürzte.

Mole: Waren die Arbeiter sicher oder hatte Bremenports Glück?

Hätte das 50 Meter lange Mittelteil der Mole in Bremerhaven, das am 13. 9. eingebrochen ist, auch schon vor zwei Wochen einstürzen können?

Hat Bremenports einfach nur großes Glück gehabt, dass beim Abbruch von 50 Metern Nordmole kein Mensch zu Schaden kam? Oder haben die Vorkehrungen während der Arbeiten am Leuchtturm das ausgeschlossen? Der neue Akt im Molen-Drama wirft Fragen auf.

Hätte das 50 Meter lange Mittelteil der Nordmole, das am Dienstag, 13. September, eingebrochen ist, auch schon vor zwei Wochen einstürzen können?

Zu einer Zeit also, als Bremenports den Arbeitern der an den Leuchtturm-Arbeiten beteiligten Firmen noch erlaubte, die Mole zu betreten? Als knapp zwei Wochen täglich immer wieder Menschen über die Mole gingen, die jetzt unvermittelt zusammenbrach?

Bremenports-Chef Robert Howe schließt das aus. Er ist sich sicher, dass so etwas nicht hätte passieren können, solange der Ponton „BHV Innovation“ die Mole stabilisierte und solange sich die Bauarbeiten nur auf den oberirdischen Turm bezogen, argumentierte er in einer Pressekonferenz am Mittwoch, 14. September.

Zweifel bleiben bei seiner Argumentation. Kann wirklich ein Ponton eine ganze Mole stabilisieren? Schließlich lag der Ponton „BHV Innovation“ gar nicht dort, wo später die Mole einstürzte (siehe Illustration).


Die erste Absackung geschah auch ohne Erschütterungen

Plausibler klingt die Begründung, dass das Molenstück erst jetzt einstürzen konnte, weil auch erst jetzt die Abbrucharbeiten nahe des Molenkopfes samt Erschütterungen begonnen haben.

Denn erst seit Montag dieser Woche geht es dem Molenfundament so richtig an den Kragen. Und an diesem Montag war die Mole definitiv schon für alle Personen gesperrt, auch für Arbeiter.

Doch da stellt sich auch eine andere Frage: Ist nicht die ursprüngliche Absackung des Molenkopfes samt Leuchtturm in der Nacht auf den 18. August ganz ohne Erschütterungen eingetreten?

Woher wusste Bremenports, dass Ähnliches im Bereich der restlichen Mole nicht wieder passieren konnte - auch während der Arbeiten am Leuchtturm?

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Bremenports einfach nur Glück hatte, dass in dieser Phase niemand zu Schaden gekommen ist.

Großes Glück.

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Erstellt:
14. September 2022, 17:23 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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1 Kommentare
Klaus Wickart

Herr Gehrke, ich gebe Ihnen in a l l e n Punkten/Fragen absolut recht! Bereits gestern (13.09.22) als ich das Ausmaß dieser erneuten ''Katastrophe" im Live-Blog auf NZ+ verfolgte stellten sich meiner Frau und mir diese Fragen und das Resultat: Glück gehabt? Ja, aber absolut verantwortungslos von Bremenports die Arbeiter diesen Gefahren auszusetzen und auf "Gottvertrauen" zu setzen. Zeit für eine Sicherungsüberprüfung war aufgrund der Dringlichkeit nicht vorhanden. Motto: "Wird schon gut gehen!" Wieso eigentlich diese von mir vermutete grobe Fahrlässigkeit? Schließlich war die Nordmole seit 2015 gesperrt und durfte nur zwischendurch von Pyrotechnikern zur Vorbereitungen der Feuerwerke unter strengen Sicherheitsauflagen betreten werden. Als der Leuchtturm schief stand haben selbst die Möwen sich nicht mehr getraut einen Ausblick von der Leuchtturmkuppel zu nehmen. Tierischer Instinkt? Instinkt und entsprechende Gegenmaßnahmen scheinen allen Verantwortlichen "ab" zu gehen!

14.09.202218:51 Uhr

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