isbären geht es nur um den Klassenerhalt

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Simon Krajcovic (links) wird von Karlsruhes Marc-Antoine Loemba verteidigt. Der Spielmacher der Eisbären brachte es mit 14 Punkten und 11 Assists auf ein Double-Double.

Für die Eisbären geht es nur um den Klassenerhalt

Die Zweitliga-Basketballer der Eisbären Bremerhaven haben das erste Aunswärtsspiel des neuen Jahres bei den Lions Karlsruhe deutlich verloren.

Für die Basketball-Profis der Eisbären Bremerhaven wird es ungemütlich. Die Mannschaft von Trainer Steven Key kassierte am Sonnabend beim 82:99 (42:52) die dritte Niederlage in Folge und zählt in dieser Form zu den Abstiegskandidaten in der ProA.

Nach dem 75:70-Heimsieg der Panthers Schwenningen gegen die Kirchheim Knights haben die Eisbären einen Spieltag vor Ende der Hinrunde nur noch vier Punkte Vorsprung auf Abstiegsplatz 17 und rutschten auf Rang 14 ab. Die Leistung macht wenig Hoffnung, dass es bei den Eisbären in dieser Saison um mehr als den Klassenerhalt geht. Individuell und als Mannschaft liegt bei Keys Schützlingen zu viel im Argen.

In Karlsruhe waren es in erster Linie die Ballverluste, die zur Niederlage führten. Ganze 28 Turnover leisteten sich die Eisbären - doppelt so viele wie im bisherigen Saisonschnitt. „Wir schießen uns mit den Turnovern selbst in den Fuß. Damit kannst du kein Spiel gewinnen“, sagte Key, dessen Team bereits am Dienstagabend bei der 80:91-Heimpleite gegen die Dresden Titans 19 Ballverluste hatte. „Das Vertrauen ist nicht da: Nicht bei dem, der den Ball passen soll, und nicht bei dem, der ihn fangen soll. Sie warten zu lange und geben den Gegnern damit die Chance, eine Hand ranzubekommen“, analysierte der Eisbären-Coach.


In den letzten fünf Spielen im Schnitt 94 Punkte kassiert

Auch in der Defensive sind die Eisbären aktuell nicht konkurrenzfähig. In den letzten fünf Spielen kassierten sie 94 Punkte im Schnitt. So konnten die Karlsruher mit dem Bremerhavener Maurice Pluskota (16 Punkte, 7 Rebounds) in der ersten Halbzeit aus der Nah- und Mitteldistanz hochprozentig abschließen. Zur Halbzeit waren es 71 Prozent Zweier, die die Lions ihren Gästen eingeschenkt hatten.

„Wir müssen körperlich mehr dagegenhalten“, rügte Key sein Team. Das lässt sich aber auch über die Offensive sagen: Die Eisbären bestätigten ihren Status als schwächstes Zweier-Team der ProA, indem sie nur 36 Prozent ihrer Würfe aus diesem Bereich trafen.

Dennoch konnten die Eisbären das erste Viertel sogar mit 29:28 gewinnen. Entscheidend dafür war, dass der Ex-Karlsruher Matt Freeman, Matt Frierson und Spielmacher Simon Krajcovic aus der Distanz gut aufgelegt waren. Das Trio traf in der ersten Hälfte acht Dreier. Zudem hatten die Eisbären Vorteile bei den Rebounds.

Im zweiten Viertel lief bei den Gästen aber nichts mehr. Allein in diesem Viertel leisteten sich die Bremerhavener acht Ballverluste - ein Horror-Wert, den sie im letzten Viertel noch einmal erreichten. So konnten sich die Lions immer mehr absetzen, nachdem es in der 14. Minute noch 37:37 gestanden hatte. Als Kelvon Omojola zwei Freiwürfe für die Karlsruher traf, betrug der Rückstand auf einmal 13 Punkte (52:39, 19.). Zur Halbzeit hatten die Karlsruher die Nase mit zehn Punkten vorne.


Die Zonenverteidigung zeigt Wirkung

Die Eisbären kehrten wehrhafter aus der Kabine zurück und setzten den Badenern jetzt erfolgreich mit einer Zonenverteidigung zu. „Die Zone hat den Karlsruhern nicht gefallen“, stellte Key fest. Mit einem 13:2-Lauf holten sich seine Mannen die Führung zurück (55:54, 23.). Allerdings unterliefen ihnen weiterhin haarsträubende Fehler. Justin Stovall fiel gegen Ende des dritten Viertels mit einem dämlichen Foul unter dem Korb des Gegners und einem Katastrophen-Pass ins Aus negativ auf. „Das ist nicht fokussiert und tut weh. Vorne triffst du nicht und hinten schenkst du zwei Punkte her“, haderte Key mit seinen Spielern.

Ende des dritten Viertels lagen die Eisbären letztmals in Führung (63:61, 27.), danach übernahmen die Lions endgültig das Kommando. Der Glaube an den fünften Auswärtssieg wurde auch dadurch erschüttert, dass sich Robert Oehle zu Beginn des letzten Viertels kurz hintereinander sein viertes und fünftes Foul abholte. Dass Topscorer Jarelle Reischel erstmals in dieser Saison ohne Punkte blieb, war für die Eisbären an diesem Abend ebenfalls nicht zu verkraften. In der Crunchtime gab der Ex-Bremerhavener Bazoumana Koné den Karlsruhern mit seinem schnellen Zug zum Korb wichtige Impulse. Lorenzo Cugini sorgte vier Minuten vor dem Spielende mit einem Dreier zum 89:76 für die Entscheidung zugunsten der Lions.


Lions Karlsruhe - Eisbären Bremerhaven 99:82 (52:42)

Eisbären Bremerhaven: MATT FREEMAN (22 Punkte, 6/7 Dreier, 5 Ballverluste); SIMON KRAJCOVIC (14 Punkte, 4/8 Dreier, 11 Assists); Daniel Norl (11 Punkte); ROBERT OEHLE (9 Punkte, 9 Rebounds); MATT FRIERSON (9 Punkte, 3/6 Dreier); Adrian Breitlauch (7 Punkte); Bernat Vanaclocha Sanchez (7 Punkte); Lennard Larysz (2 Punkte), Justin Stovall (1 Punkt); Jarelle Reischel (0/3 Dreier)

Lions Karlsruhe: Ivan Karacic (17 Punkte); MAURICE PLUSKOTA (16 Punkte, 7 Rebounds); LOVELL CABBIL (16 Punkte, 7 Assists)

Viertel: 28:29, 24:13, 19:25, 28:15

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Erstellt:
7. Januar 2023, 21:44 Uhr
Lesedauer:
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