Passage: Noch Händler für Allgemeinladen gesucht

© Lothar Scheschonka

Direkt ins Internet: Benjamin Wagner vom Berg (links) und Ralf Meyer an dem neuen R3-Laden der Hochschule in der Passage am ehemaligen Karstadt-Gebäude.

Karstadt-Passage: Noch Händler für Allgemeinladen gesucht

In dem Allgemeinladen in der Passage können lokale Händler ihre Produkte in einem Schaufenster ausstellen. Der Clou ist die Verbindung zur Online-Welt.

Noch Händler gesucht

Allgemeinladen der Hochschule nimmt Fahrt auf - Zwei Tage personell besetzt

Der neue Allgemeinladen in der Karstadt-Passage kommt langsam in Schwung. Lokale Händler nutzen dort zusammen ein Schaufenster. Der Clou ist die Verbindung zur Online-Welt. Noch werden weitere Teilnehmer gesucht. Kann Bremerhaven digital?

Bis zum Abriss des Karstadt-Gebäudes im kommenden Jahr ist die Passage in der Oberen Bürger noch einmal belebt worden. Einige neue Geschäft sind da - unter anderem auch ein Allgemeinladen der Hochschule. Dass dies kein gewöhnliches Geschäft ist, wird schon daran deutlich, dass neben den Produkten überall sogenannte QR-Codes zu finden sind. Diese Schildchen neben einer typisch norddeutschen Regenjacke von Waterkant Souvenirs oder einem schicken Streat-Outfit von Seaside Sneaker führen mit dem Handy-Scanner auf eine Internetseite. Entweder wird dort das Produkt genauer beschrieben oder man kann es dort sogar kaufen. Beim Laden dabei sind auch die Buchhandlung Morisse und die Hair & Cosmetic Company. Neu einziehen werden in der kommenden Woche, auch mit neuer Dekoration: Der Spielspass, Fiedlers Fischmarkt, Wassenaar, Kartenmarkt, Hussel, Mode Steffen, Carl Gross, Erlebnis Bremerhaven, Plotterperle und Family Candyshop. Ein Allgemeinladen ist ein Geschäft, in dem eine ganze Reihe von lokalen Händlern eine kleine Auswahl ihrer Produkte gemeinsam präsentieren - und so deutlich machen, wie vielfältig ihr Angebot ist.


Händler erhalten noch Zusatzleistungen

„Wir möchten gerne weitere Händler in Bremerhaven motivieren, mitzumachen“, sagen Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg von der Hochschule zusammen und Mitarbeiter Richard Schulte. Wagner vom Berg wirbt damit, dass die Nutzung des Allgemeinladens nicht nur kostenfrei für Händler ist, sondern sie auch weitere Hilfen fürs Marketing bei Facebook und Google dazubekommen. Allgemeinläden der Hochschule gab es schon einige Zeit in Bremerhaven, zuletzt an der Hafenstraße, in Elsfleth und Brake. Die Hochschule kooperiert mit der Erlebnis Bremerhaven und der Metropolregion Nordwest. Das reale Schaufenster mit den vielen digitalen Möglichkeiten gehört zum Projekt „R3 - Resilient, Regional, Retail in der Metropolregion Nordwest“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der stationäre mit dem Onlinehandel verschmilzt und so wettbewerbsfähiger gemacht werden kann. „Es ist immer besser, zu testen, als nichts zu machen“, sagen Wagner vom Berg und Schulte. „Und die Hafenpassage soll ja insgesamt ein Testlabor sein“, ergänzt Ralf Meyer von der Erlebnis Bremerhaven. Er freut sich, dass der Einzelhandel in Bremerhaven in Richtung digital unterwegs ist. Die Erlebnis will die Karstadt-Passage noch weihnachtlich dekorieren - und auch der Allgemeinladen soll in Sachen Dekoration ein „Update“ bekommen. Denn die Vertreter der Hochschule mussten lernen, dass auch die richtige Dekoration eines klassischen Schaufensters ein echtes Handwerk ist. Wie Wagner vom Berg und Meyer betonen, dürfen auch gerne Händler aus den Stadtteilen beim Allgemeinladen in der Karstadt-Passage mitmachen. Sie hätten so den zusätzlichen Vorteil, sich nicht nur im Internet, sondern auch in der Innenstadt präsentieren zu können.


Allgemeinläden nur der Anfang

Idealerweise sollen die Allgemeinläden nur ein Anfang sein. Die Hochschule will perspektivisch mit den Partnern eine regionale Online-Einkaufsplattform aufbauen mit umweltfreundlicher Lieferung innerhalb eines Tages, eine Art „Amazon“ von hier für hier, in dem die Geschäfte der Stadt ihre Waren anbieten. Kunden kauften so von zu Hause aus per Mausklick lokal ein und würden die Wirtschaft in der Region unterstützen.

Damit mögliche Berührungsängste überwunden werden, besetzt die Hochschule den Laden tageweise für persönliche Beratungsgespräche. „Er wird am Montag von 10 bis 13 Uhr und am Donnerstag von 12 bis 15 Uhr besetzt sein“, sagt Richard Schulte, der per Mail unter r3@hs-bremerhaven.de für Informationen und Terminvereinbarungen zu erreichen ist.

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