ge in Nordenham: Die Stadt bläst zur nächsten Attacke

© Heilscher

Sie sind schon wieder da: Krähen in den Bäumen beim Finanzamt. Die Stadt will zwischen der eigentlichen Parkanlage und dem Plaatweg Brutbäume aus dem dort wachsenden wilden Wald entfernen.

Krähenplage in Nordenham: Die Stadt bläst zur nächsten Attacke

Rund 700 Saatkrähenpaare haben im vergangenen Jahr zwischen Friedeburgpark und Ilseplatz Anwohner mit ihrem Gekrächze um den Schlaf gebracht. Die Stadt hat mehrere Vergrämungsmaßnahmen ausprobiert. Mit gewissem Erfolg. Im Frühjahr geht es weiter.

Nächste Attacke gegen Krähen

Stadt plant im Frühjahr weitere Vergrämungsmaßnahmen - Kletterer im Einsatz

Das weitere Vorgehen gegen die Saatkrähen kündigt Nordenhams kommissarischer Baudezernent Tim Lorenz im Gespräch mit unserer Redaktion an. Die Stadt setzt darauf, die Krähen nach und nach durch diverse Störungen so zu nerven, dass sie sich irgendwann in Bereiche außerhalb der Siedlungen zurückziehen.

Saatkrähen haben sich in den vergangenen Jahren in vielen Teilen Deutschlands stark vermehrt. Auch in der Wesermarsch. Bejagt werden dürfen sie nicht, denn die Vögel stehen unter Schutz. Dieser Schutz geht noch auf Zeiten zurück, als die schlauen Krähenvögel selten waren, weil es der Mensch mit der Bejagung völlig übertrieben hatte.

Deshalb ist die naturschutzrechtliche Lage für die Stadt Nordenham nicht ganz einfach. Die Stadt darf die Krähen stören, aber sie darf keine Gelege zerstören und Jungvögel töten.

„Dummerweise sind diese Vögel sehr schlau.“

Im vergangenen Frühjahr schickte die Stadt einen Kletterer auf die Bäume im Museumspark. Der entfernte die Nester immer wieder, bevor Eier gelegt waren. Mit Erfolg. „Wir hatten nur noch acht Brutpaare statt 30 im Jahr zuvor“, erläutert Tim Lorenz.

Am Ilseplatz ließ die Stadt unter anderem Attrappen von toten Krähen aufhängen. Außerdem wurde versucht, die Krähen mit Geräuschen und Laserlicht zu stören. Auch das hatte einen Effekt. „Wir konnten die Zahl der Brutpaare halbieren. Von 120 auf 60“, sagt Tim Lorenz.

In diesem Frühjahr will die Stadt die Maßnahmen fortsetzen. Dafür stehen 40.000 Euro im Haushalt zur Verfügung. Wieder soll ein Baumkletterer eingesetzt werden. Auch Attrappen toter Krähen sollen wieder aufgehängt werden. Nach den positiven Erfahrungen des vergangenen Jahres soll dies nun auch in den Gateanlagen und im Friedeburgpark geschehen. In den Gateanlagen soll zudem der Wildwuchs zwischen dem eigentlichen Park und dem Plaatweg gelichtet werden. „Wir wollen dort vornehmlich die Bäume entfernen, in denen Krähen nisten“, kündigt Tim Lorenz an. Die Gate-Kolonie wächst von Jahr. Sie reicht nun schon bis zur Jahnhalle auf der einen, und Richtung Schwimmbad auf der anderen Seite.


Stadt setzt auf Zermürbungstaktik

Die Stadt setzt auf eine Zermürbungstaktik. „Wir wollen es den Krähen ungemütlich machen, dort zu brüten, wo viele Menschen leben“, sagt Tim Lorenz. Dabei hofft er, dass es gelingt, die Krähen dazu zu bewegen, dorthin auszuweichen, wo sie nicht oder nur wenig stören. „Zum Beispiel in den Stadtwald oder in den Seenpark“, schiebt der Baudezernent hinterher. Ihm ist klar, dass es die Stadt mit einem hartnäckigen Gegner zu tun hat. „Dummerweise sind diese Vögel sehr schlau“, weiß er. Sie gewöhnen sich an Störungen und erkennen auch irgendwann, dass Attrappen nur Attrappen sind. Also gilt es, bei dem Versuch, die Krähen zu vergrämen, kreativ zu sein.

Andererseits gibt es für die Saatkrähen außerhalb der Nordenhamer Kernstadt ja reichlich Brutmöglichkeiten. Etliche kleinere Kolonien haben sich in den vergangenen Jahren auf den großen Bäumen rund um Bauernhöfe etabliert. Eine der größten Saatkrähenkolonien der Wesermarsch befindet sich bei der Abfalldeponie in Brake-Käseburg.

Saatkrähen sind in der Wesermarsch die neuen Wiesenvögel geworden. Sie nisten in Parks oder auf Baumgruppen und suchen ihre Nahrung auf den Wiesen in der Umgebung: Würmer, Larven, auch mal eine Maus. Schaut man sich die Entwicklung des Krähenbestandes an, scheint die Nahrungsgrundlage für diese Vogelart ausgezeichnet zu sein.

ge in Nordenham: Die Stadt bläst zur nächsten Attacke

© Detlef Glückselig

In etlichen Bäumen zwischen Ilsestraße und Midgardstraße hingen im Frühjahr vergangenen Jahres solche „toten“ Krähen. Es handelte sich um künstliche Präparate, die aber täuschend echt aussehen. Sie sollten die echten Krähen abschrecken. Das gelang zum Teil auch.

Tim Lorenz, Stadt Nordenham

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Erstellt:
11. Januar 2023, 16:31 Uhr
Lesedauer:
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