en die Verwandten über Ekaterinas Verschwinden?

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Schauplatz des Mordprozesses: Das Landgericht in Bremen.

Was wussten die Verwandten über Ekaterinas Verschwinden?

Vor dem Landgericht in Bremen geht der Prozess weiter, der den Mord an Ekaterina B. untersucht. Die Richter befragen auch Verwandte des Angeklagten.

„Warum macht er nicht den Mund auf?

Mordprozess Ekaterina B.: Gericht befragt Tante und Cousinen des Angeklagten

Was hat die Verwandtschaft des Angeklagten über die Tat erfahren, die ihm zur Last gelegt wird? Im Mordprozess Ekaterina B. saßen nun Tante, Cousine und Großcousine im Zeugenstand. Das Gericht interessierte sich vor allem für ein Telefongespräch.

Der Schwiegervater von Ekaterina B. soll tüchtig geweint haben am Telefon, als er seiner Schwester davon berichtete, dass sie vermisst werde. Nun sitzt die 66-Jährige aus der Gemeinde Schiffdorf vor der Großen Strafkammer und erzählt von ihrer Familie.

Das Gericht interessiert sich vor allem für die regelmäßigen Telefonate zwischen Bruder und Schwester und was die davon wiederum ihrer Familie erzählt haben soll. Deshalb sind auch ihre Tochter und ihre Enkelin vorgeladen.


Verwandschaft glaubt nicht, dass die Schwiegermutter die Tat begangen hat

Sie verstehe nicht, warum der Angeklagte nicht endlich den Mund aufmache und erzähle, was geschehen ist und was nicht. Seine Cousine findet deutliche Worte. Die 43-Jährige glaubt nicht, dass ihre Tante die Tat begangen habe, sondern nur ihren Sohn schützen wolle.

Das Gericht interessiert sich aber vor allem dafür, was ihr Onkel ihrer Mutter am Telefon erzählt haben soll von der mutmaßlichen Tatnacht. Dass Ekaterinas Schwiegermutter nämlich mitten in der Nacht nach einem Anruf zu ihrem Sohn gefahren sei, weil der sie gerufen habe, damit sie sich um die fünf Jahre alte Enkelin kümmere.


Verschiedene Angaben über die mutmaßliche Tatnacht

Gegenüber der Polizei hatte die Schwiegermutter zunächst ausgesagt, in der Nacht nur einen Anruf von ihrem Sohn erhalten zu haben, weil es ihm nicht gut gegangen sei. Sie sei erst am nächsten Morgen nach Wulsdorf gefahren. Da sei Ekaterina bereits verschwunden gewesen.

Später hatte sie in ihrem Geständnis, sie habe Ekaterina getötet, eingeräumt, bereits in der Nacht das Haus betreten zu haben. Sie soll die dunkle Gestalt gewesen sein, die die Videokameras der Nachbarschaft gefilmt haben.

Für ihren Bruder sei „das alles“ sehr schwer, er wolle mit ihr auch gar nicht darüber reden, sagt die Schwester aus. Ihr Bruder habe nur gesagt, dass sein Sohn zu einer derartigen Tat gar nicht in der Lage sei.

Auch über das Geständnis ihrer Schwägerin habe sie mit ihrem Bruder nicht gesprochen. „Geweint hat er“, sagt sie. Ihre Schwägerin habe nach dem Geständnis an sie die Bitte gerichtet, sich um den Schwerkranken zu kümmern, wenn sie nicht mehr da sei.


Wie glaubwürdig sind die Verwandten?

Das Gericht hat Schwierigkeiten, der Frau zu glauben, dass auch sie kaum mit ihrer Tochter und der 19 Jahre alten Enkelin über die verschwundene Verwandte und die späteren Mordermittlungen gesprochen haben will. Das sagt auch ein Polizeibeamter aus, der die Schiffdorfer Verwandtschaft befragt hat. „Sie wirkten hin- und hergerissen zwischen Loyalität der Familie gegenüber und der schrecklichen Tat.“

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Erstellt:
22. November 2022, 19:11 Uhr
Lesedauer:
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