Mit einem neuen Kämpferherz gegen Ingolstadt

© Lothar Scheschonka

Freut sich schon auf seinen ersten Einsatz als Pinguin: Torwart Niklas Svedberg.

Pinguins: Mit einem neuen Kämpferherz gegen Ingolstadt

Niklas Svedberg könnte im Spiel gegen den ERC Ingolstadt in der Deutschen Eishockey-Liga sein Debüt bei den Fischtown Pinguins geben.

In Straubing gehörte Niklas Svedberg erstmals zum Team der Fischtown Pinguins. Als dritter Torwart machte der Schwede die Reise mit. Freitagabend (19.30 Uhr) beim Spiel gegen den ERC Ingolstadt sitzt der 33-Jährige vielleicht erstmals auf der Bank.

„Es ist ein sehr familiärer Club und alle kümmern sich sehr um mich. Ich bin den Pinguins sehr dankbar“, sagt er vor seinem möglichen Debüt in der Deutschen Eishockey-Liga. Für einen Einsatz ist es an diesem Wochenende wohl noch zu früh. Am Sonntag landete er kurz vor dem Heimspiel gegen Schwenningen in Bremen. Seither stand kein normales Training bei den Bremerhavenern auf dem Programm. Schon Dienstag ging es mit dem Mannschaftsbus gen Straubing, Mittwoch stand das nächste Spiel auf dem Programm und am Donnerstag erneut eine freiwillige Einheit. „Das ist einfach zu wenig, wenn keine Not ist. Er ist aber eine Option für die Bank und dann müssen wir die nächsten Tage abwarten“, sagt Trainer Thomas Popiesch.


Nach schwerer Verletzung wieder fit

Zumal der Keeper nach einer Verletzung wieder einsteigt, die er sich vergangene Saison beim schwedischen Erstligisten Djurgården zugezogen hatte. „Es war eine schwere Verletzung, aber ich fühle mich jetzt bereit. Ich muss natürlich noch ein bisschen vorsichtig sein nach so einer langen Pause, muss Geduld haben, ruhig bleiben und wieder ins Timing finden. Aber ich glaube an mich selbst“, so Niklas Svedberg, der mit der Nummer 35 auflaufen wird. „Ich habe hart für ein Comeback gearbeitet. Ich war zum Saisonstart noch nicht bereit, aber jetzt. Und als sich diese Möglichkeit auftat, habe ich zugeschnappt. Ich habe einige Spiele in der Champions Hockey League und mit der schwedischen Nationalmannschaft in Deutschland bestritten, und es wirkte immer so, dass Eishockey hier sehr viel Spaß macht. Die Fankultur ist großartig. Ein weiterer Grund, mich für die Pinguins zu entscheiden, war, dass es ein Klub ist, der sich entwickelt und den nächsten Schritt machen will.“


Kämpferherz bringt ihn bis in die NHL

Denn der Blondschopf ist ein ehrgeiziger Spieler, der von sich selbst sagt, dass sein Kämpferherz und diese Mentalität zu den Erfolgen geführt haben, die er schon erreicht hat in seiner Karriere. Womit er die Tribute der Pinguins erfüllt und was ihn bis in die NHL, der besten Pucksport-Liga des Planeten, brachte. „Ich bin mit 23 Jahren rüber nach Nordamerika, hatte ein paar gute Jahre in der AHL und bin dann als Backup in die NHL. Dann habe ich aber die Chance als Starter in der KHL bekommen, bei einem guten russischen Team - Salavat Yulaev Ufa. Daher habe ich diese Chance genutzt - und habe dort auch gute und schlechte Erfahrungen gesammelt. Dann habe ich es in Minnesota noch einmal probiert, aber am Ende will man spielen. Es ist eine harte Liga, ich habe mein Bestes gegeben - und es ist ein Traum wahr geworden“, sagt er rückblickend.


Unterschiedliche Spielweisen

Dennoch zog es ihn nach fehlender Eiszeit zurück in die Heimat. Bis zur Verletzung. Und nun folgt mit der Deutschen Eishockey-Liga das nächste Abenteuer. „Auf den ersten Blick wird hier mehr der nordamerikanische Stil gespielt, wo der Puck zum Netz gebracht wird und es etwas intensiver zur Sache geht. Die schwedische Liga ist strategischer und taktischer ausgerichtet mit mehr Pässen als Schüssen“, schildert Svedberg seine wenigen Eindrücke aus Partien in Deutschland. Bremerhaven gefällt dem 1,86 Meter großen Schlussmann auf den ersten Blick zudem schon mal ganz gut. Man könnte auch sagen, es ist ein perfektes Match. „Ich bin in Stockholm großgeworden, da ist auch viel Wasser. Und es ist immer ein schönes Gefühl, nah am Meer zu sein. Ich konnte die Stadt noch nicht wirklich erkunden, aber ich weiß, es ist ganz offensichtlich eine Fisch-Stadt - und die Fans lieben hier Eishockey. Das habe ich beim letzten Heimspiel gespürt.“


Arbeit rund um das Tor intensivieren

Nun hofft der Linksfänger, dass seine neue Heimat auch seiner Ehefrau Emelie gefällt, die noch vor Weihnachten aus Stockholm nachziehen wird. „Aber es passt hier sehr gut. Und innerhalb von Europa ist es ja eigentlich auch nie ein Kulturschock, was das soziale Leben angeht“, sagt er lachend. Bis dahin gilt der volle Fokus den Pinguins, um bald nicht mehr nur im Training zwischen den Torstangen zu stehen. Am Freitagabend kann er nun zunächst weitere Einblicke in das Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga und die Eigenschaften der Pinguins gewinnen. „Ingolstadt ist wie Straubing sehr scheibensicher, sehr talentiert. Man muss die Detailarbeit sehr gut machen, auch ohne die Scheibe gut mit dem Stock arbeiten und die Räume eng machen“, warnt Popiesch. „Sie spielen sehr stark ums Tor herum, da müssen wir aufpassen und die Arbeit dort intensivieren und besser machen.“

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Erstellt:
1. Dezember 2022, 15:53 Uhr
Lesedauer:
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