Aufwärmen: Niemand soll bibbern müssen

© Rolfes/Kirchenkreis

Zum Advent wird das erste Kolumbarium in Bremerhaven eröffnet. Das Besondere daran: Der Urnenfriedhof mit Schreinen steht nicht, wie oft üblich, draußen an einem Friedhof, sondern befindet sich in der Michaeliskirche an der Goethestraße. Ebenso außergewöhnlich ist die Architektur. Foto: Kerstin Rolfes/Kirchenkreis

Räume zum Aufwärmen: Niemand soll bibbern müssen

Kirchen wollen den Menschen während der Energiekrise offene Räume bieten: Unter dem Motto #Wärmewinter planen auch Bremerhavener Gemeinden Treffpunkte.

Kirche plant Winter-Schutzräume

Kirchenkreissynode Bremerhaven plant offene Treffpunkte, Beratung - und Einsparungen

Keiner soll frieren, auch nicht vor Einsamkeit: Stichwort „Wärmewinter“. Unter diesem Titel berät die Synode des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Bremerhaven, wann, wo und wie viel die elf Gemeinden als Räume zum Aufwärmen anbieten - später.

Die ökumenische Aktion „#Wärmewinter“ gemeinsam mit katholischen und freien Gemeinden beschäftigte die synodale Konferenz in der Johanneskirche sehr. „Wir rechnen damit, dass sich erst im Januar, Februar der Bedarf an solchen Treffpunkten erweist, wenn die Energierechnungen kommen“, erklärt Superintendentin Susanne Wendorf-von Blumröder, warum etliche Gemeinden noch keine verbindlichen Orte und Zeiten haben. Die Emmausgemeinde Grünhöfe allerdings bietet ab jetzt immer sonntags von 12 bis 17 Uhr offenes Gemeindehaus für jeden an. „Es werden warme Decken verteilt und auch Suppe auf Anmeldung.“


Kirche bietet kostenlose Lebensberatung am Lukaszentrum Leherheide an

Die - kostenlose - Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises am Lukaszentrum Leherheide, (Kontakt: 30058424) nehmen, so Wendorf, bisher nicht mehr Menschen in Anspruch als sonst. „Vielleicht ist es jetzt nur die Stille vor dem Sturm“, meint Wendorf, „wir werden auf den Bedarf an Hilfen auf alle Fälle reagieren.“

Auf jeden Fall wird kommendes Jahr endlich der Bauantrag für die neue Michaelis-Kita bei der Stadt eingereicht, sagt die Superintendentin. Und zwar ohne die lange erhoffte Erweiterung um eine Krippe, „sondern für 40 Kitaplätze, wie bisher“. Zwar decke die Versicherungssumme nach dem Brand der alten Kita an der Potsdamer Straße nur die Kosten fürs Bauen einer 20-Platz-Kita, „aber die Landeskirche Hannovers hat zugesagt, die Differenz zu tragen“. Die Eröffnung der neuen Kita am alten Standort werde für 2024 anvisiert, „wir sind aktuell dabei, alles mit einem neuen Architektenentwurf neu zu berechnen, angesichts der gestiegenen, schwer einschätzbaren Baukosten“. Aktuell ist der Kirchenkreis Träger von stadtweit 816 Krippen-, Kita- und Hortplätzen, „wir suchen weiterhin qualifizierte Erzieher und Erzieherinnen“.

Stichwort: Finanzen. Der Kirchenkreis muss angesichts höherer Kosten bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen und schrumpfenden Gemeinden im neuen Haushaltszeitraum ab 2023 rund 600.000 Euro einsparen. Was vier bis fünf Pfarrstellen entspräche. Daher, sagt nun die Superintendentin, wird die Vakanz an der Gemeinde Leherheide, nach dem Wegzug von Markus-Pastorin Friederike Köhn, nicht wieder neu ausgeschrieben. „Es zeichnet sich eine interne Lösung ab“, lässt Wendorf noch vage, wie Lukas-Pastor Alexander Wilken künftig unterstützt werden kann.

Froh ist der Kirchenkreis, dass am 25. November um 17 Uhr am Michaeliszentrum das erste Bremerhavener Kolumbarium mit einem Festgottesdienst und Oberbürgermeister Melf Grantz als Gast eingeweiht wird.

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Erstellt:
17. November 2022, 18:23 Uhr
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