Verbraucher sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten, um ihren Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht
zu halten. Gesunde benötigen dafür keine Nahrungsergänzungsmittel.

Verbraucher sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten, um ihren Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Gesunde benötigen dafür keine Nahrungsergänzungsmittel.

Foto: AOK-Mediendienst

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Säure-Basen-Balance im Fokus

16. November 2021 // 12:13
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Konzentrationsprobleme? Die Gelenke tun weh? Das könnte an einer Übersäuerung des Körpers liegen, suggerieren Ratgeber. Macht also eine basische Ernährung Sinn? Karolin Wagner von der AOK hat Antworten.

Ausgewogene Ernährung hilft

Der Basen-Säure-Haushalt bietet Stoff für viele Ernährungsbücher. Es gibt spezielle Kostformen und jede Menge Produkte wie Basentees oder basische Tabletten, die dem Körper dabei helfen sollen, eine Übersäuerung zu vermeiden oder ihr entgegenzuwirken. Dabei ist derlei Unterstützung nur in bestimmten Fällen nötig, sagt Karolin Wagner von der AOK. Die Ernährungsberaterin und -wissenschaftlerin ist überzeugt: Mit ausgewogener Ernährung regelt sich der Basen-Säure-Ausgleich meist von selbst.

Sauer ist nicht gleich säurebildend

Fakt ist: Es gibt säurebildende und basisch wirkende Lebensmittel. Verdaut man etwa Getreide oder tierische Produkte, entstehen im Körper saure chemische Verbindungen. Obst und Gemüse dagegen sorgen für basische Verbindungen. Scheinbar paradox: „Eine Zitrone etwa schmeckt sauer und enthält viel Säure, ist aber basenbildend, wenn sie vom Organismus verdaut wird“, weiß Karolin Wagner.

Übersäuerung meint, dass die Balance des Säure-Basen-Haushalts aus dem Gleichgewicht gerät, weil ein Mensch zu viele säurebildende Lebensmittel konsumiert: etwa viel Fleisch, Wurst und Fertiggerichte, Reis oder Vollkorngetreide.

100 Jahre alte Ernährungslehre

Eine systematische Basenkur oder ein Basen-Fasten soll – so hat man lange gedacht – den Haushalt wieder ausbalancieren und Säuren-Überschüsse abbauen. „Das Konzept ist etwa 100 Jahre alt und geht auf alternative Ernährungslehren zurück“, sagt die Expertin. „Diese Theorie entspricht allerdings nicht ganz dem aktuellen Stand der Wissenschaft.“

Gleichgewicht hilft dem Stoffwechsel

Dass ein Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts für den Stoffwechsel des Körpers von zentraler Bedeutung ist, steht für Karolin Wagner außer Frage. Die Organe im Körper brauchen ihr zufolge unterschiedliche pH-Werte, damit sie richtig funktionieren können. Das Blut und auch die Flüssigkeiten des Nervensystems sollen zum Beispiel im leicht basischen Bereich bei einem pH-Wert von 7,4 liegen. In der Chemie gilt der Wert von 7 als neutral, darunter beginnt der saure, darüber der basische Bereich.

Gesunde haben Puffer

Die Ernährungsberaterin stellt aber klar: „Der Organismus kann über verschiedene Puffersysteme, an denen auch Organe wie Lunge, Niere und Leber beteiligt sind, den Säure-Basen-Haushalt selbst regulieren.“ Bei gesunden Menschen könnten diese Puffersysteme auch sehr große Mengen von Säuren ausgleichen oder ausscheiden. Deshalb seien spezielle Ernährungsformen oder Nahrungsergänzungen unnötig. Eine echte Übersäuerung (Azidose) droht in der Regel nur Menschen, die etwa infolge einer chronischen Niereninsuffizienz Stoffwechselprobleme haben oder an einer Lungenkrankheit wie Asthma leiden. Dann können krankhaft niedrige pH-Werte auftreten. Nur bei solch schweren Erkrankungen könnten Karin Wagner zufolge unter ärztlicher Aufsicht spezielle Basenpulver oder -tabletten in Frage kommen

Viel Gemüse und Obst essen

Den Säurehaushalt auszugleichen, in dem man mehrmals am Tag Gemüse und zwei Portionen Obst isst, „das entspricht auch den modernen Konzepten einer vollwertigen Ernährung“, betont die Expertin. Beim Obst rät sie zu zuckerarmen Sorten wie Beeren. „Ab und an dürfen auch hochwertige naturbelassene tierische Produkte, also nicht Wurst, auf den persönlichen Speisenplan.“

Kombination ist sinnvoll

Naturbelassene Milchprodukte, etwa Jogurt oder Quark, seien ebenfalls empfehlenswert. „Auf säurebildende Lebensmittel wie Vollkorngetreide gänzlich zu verzichten, ist für gesunde Menschen nicht notwendig“, sagt Karolin Wagner: „Auch diese Produkte liefern dem Körper wichtige Nährstoffe. Eine ausgewogene Kombination von säure- und basenbildenden Lebensmitteln ist daher sinnvoll.“ (ams)

Sie haben Fragen rund um eine gesunde Ernährung? Die AOK Bremen/Bremerhaven bietet ihren Versicherten eine individuelle Ernährungsberatung. Weitere Informationen unter den Rufnummern 0421 1761 77150 und 0471 16 77150.

Saure und basische Lebensmittel

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