e Schiri-Entscheidung bringt Pinguins um den Sieg

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Schiedsrichter Benjamin Hoppe (Foto) und sein Kollege Roman Gofman verärgterten mit einer umstrittenen Entscheidung die Fischtown Pinguins

Skandalöse Schiri-Entscheidung bringt Pinguins um den Sieg

Die Fischtown Pinguins haben in der Deutschen Eishockey-Liga bei den Iserlohn Roosters gespielt.

Eine skandalöse Schiedsrichterentscheidung brachte die Fischtown Pinguins um einen möglichen Sieg bei den Iserlohn Roosters. Nach einer 3:1-Führung kippte das Spiel durch einen kaum nachvollziehbaren Videobeweis.

3:1 führten die Pinguins in der Deutschen Eishockey-Liga bei den Iserlohn Roosters, als eine unbegreifliche Tor-Entscheidung nach Videobeweis zugunsten der Iserlohner das Spiel kippte. Die konsternierten Pinguins verloren mit 4:5. Am Tag nach dem Spiel räumte die Liga die Fehlentscheidung ein.

40 Minuten lang waren die Pinguins klar überlegen, steuerten bei einer 3:1-Führung einem verdienten Auswärtssieg entgegen. Doch dann brachte eine skandalöse Entscheidung der Schiedsrichter Roman Gofman und Benjamin Hoppe Iserlohn zurück ins Spiel. Die Roosters waren in Überzahl, machten Druck, doch die Pinguins stemmten sich aufopferungsvoll gegen den Gegentreffer. Nach einem Schuss von Casey Bailey (44.) wurde es unübersichtlich, die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis. Auf dem Eis hatten sie entschieden: kein Tor.

Mehr als fünf Minuten lang schauten sie sich anschließend immer und immer wieder die Videobilder von Baileys Schuss an. Die bei „Magentasport“ gezeigten Bilder waren nicht klar, aber es sah sehr nach einem Lattentreffer aus. Doch zur großen Überraschung entschieden die Schiedsrichter auf Tor. Aufgrund der TV-Bilder so zu entscheiden, ist ein Skandal. Denn eines war ganz sicher nicht zu sehen: dass der Puck eindeutig drin war. Und nur dann dürften die Unparteiischen ihre Entscheidung auf dem Eis revidieren. Thomas Popiesch war noch eine halbe Stunde nach dem Spiel auf Hundertachtzig: „Das ist grob fahrlässig. Das ist ja nicht einfach nur mal so eine Fehlentscheidung, das ist bösartig. Wenn andere Leute sowas in ihrem Beruf machen, kostet sie das ihren Job“, sagte der Pinguins-Trainer. „Jeder Volldepp hat gesehen, dass der Puck an der Latte war. Da gibt es keine zwei Meinungen.“

Die DEL bestätigte diese Ansicht am Tag nach dem Spiel. In einem schriftlichen Statement räumte die Liga ein, dass es eine Fehlentscheidung war, auf Tor zu entscheiden und entschuldigte sich für den Fehler. Die Wertung des Spiels bleibt jedoch bestehen, weil es eine Tatsachenentscheidung gewesen sei.


Schon zum zweiten Mal Ärger um einen Videobeweis

Der Ärger bei den Pinguins ist besonders groß, weil sie in der vergangenen Saison schon einmal durch einen skandalösen Videobeweis benachteiligt worden waren. Im Spiel gegen Straubing wurde ein klarer Treffer der Pinguins trotz Videobeweis nicht gegeben. Die DEL räumte den Fehler auch damals nachträglich ein - den Pinguins nutze es nicht mehr.

Nach dem umstrittenen Tor kam es, wie es kommen musste: die Pinguins haderten noch mit der Entscheidung und ließen Ryan O‘Connor keine zwei Minuten später frei vors Tor ziehen. Torhüter Niklas Svedberg konnte das 3:3 (45.) nicht verhindern. Und dann war auch noch Kaspars Daugavins völlig frei und erzielte das 4:3 für Iserlohn (51.). Nicht weniger leicht hatte es Maciej Rutkowski bei seinem Tor zum 5:3 (55.). Ein Spiel, in dem die Pinguins zwei Drittel lang wie der klare Sieger aussahen, war gekippt. „Es darf natürlich nicht passieren, dass wir den Faden verlieren. Aber das ist ja auch menschlich. Man fühlt sich betrogen“, sagte Popiesch. Immerhin verkürzten die Pinguins 30 Sekunden vor dem Ende: Alex Friesen auf 4:5. Aber mehr ging nicht mehr.


Wejse nach Verletzung zurück im Spiel

Die Pinguins mussten auf Miha Verlic und Philip Samuelsson verzichten, die sich am Mittwoch bei der Niederlage in Nürnberg verletzt hatten. Dafür war Stürmer Christian Wejse war nach drei Spielen Verletzungspause wieder dabei. Der Däne reiste am Spieltag nach, nachdem der Rest der Mannschaft direkt aus Nürnberg nach Iserlohn gefahren war.

Anders als in Nürnberg waren die Pinguins sofort voll da, ließen kaum einen Iserlohner Spielaufbau zu und brachten selbst einige gute Spielzüge aufs Eis. Sie schafften es immer wieder, direkt vor Roosters-Torhüter Andreas Jenike zum Abschluss zu kommen. So wie Ziga Jeglic (4.) und Ross Mauermann (9. Minute). Die 1:0-Führung drei Minuten später war verdient. Nach einer tollen Vorarbeit von Phillip Bruggisser, der Doppelpass mit der Bande spielte, zog Mauermann unwiderstehlich ab.

Iserlohn hatte im ersten Drittel nur zwei Chancen. Die erste durch Neuzugang Toto Rech, der an Torhüter Niklas Svedberg scheiterte. Die zweite durch John Broda, dessen Schuss in der 14. Minute unhaltbar zum 1:1 einschlug. Doch bei eigener Unterzahl stellten die Pinguins die Führung wieder her. Alex Friesen bereitete kraftvoll vor, nahm Dominik Uher mit, und der erzielte den „Shorthander“ zum 2:1 (17.).


Andersen trifft zum 3:1 für die Pinguins

Iserlohn erarbeitete sich im zweiten Spielabschnitt mehr Spielanteile, allerdings ließen die Pinguins weniger Torschüsse aus Top-Positionen zu als die Gastgeber. So hatte Torhüter Svedberg immer eine Chance, den Puck zu stoppen. Auch wenn er dabei einmal etwas Glück beanspruchen musste, als ihm ein Schuss von Christopher Bigras aus dem Handschuh flutschte (26.). Die Scheibe trudelte über das Tor. Auch wenn es jetzt Chancen auf beiden Seiten gab, die klareren Aktionen hatten weiter die Pinguins. Markus Vikingstad (24.) und Greg Kreutzer (33.) scheiterten an Torhüter Jenike.

Als die Pinguins erstmals in Überzahl waren, hatte Iserlohn die große Chance, ebenfalls einen „Shorthander“ zu erzielen. Doch Tim Bender schoss bei seinem Alleingang knapp drüber. Kurz nach dem Schreckmoment antworteten die Pinguins mit dem 3:1 (38.). Niklas Andersen war der Torschütze, auch ihm wurde von den Roosters in der Mitte viel zu viel Platz gelassen. Und vor dem Tor erledigte Antti Tyrväinen den „dreckigen Job“, dem Torhüter die Sicht zu nehmen.

Die skandalöse Entscheidung der Schiedsrichter Roman Gofman und Benjamin Hoppe brachte Iserlohn zurück ins Spiel. Nach dem umstrittenen 2:3 kam es, wie es kommen musste: die Pinguins haderten noch mit der Entscheidung und ließen Ryan O‘Connor keine zwei Minuten später frei vors Tor ziehen. Svedberg konnte das 3:3 (45.) nicht verhindern. Und dann war auch noch Kaspars Daugavins völlig frei und erzielte das 4:3 für Iserlohn (51.). Nicht weniger leicht hatte es Maciej Rutkowski bei seinem Tor zum 5:3 (55.). Ein Spiel, in dem die Pinguins zwei Drittel lang wie der klare Sieger aussahen, war gekippt. Immerhin gaben die Pinguins nicht auf, verkürzten 30 Sekunden vor dem Ende im Powerplay mit dem sechsten Feldspieler durch Alex Friesen auf 4:5. Der Ausgleich gelang aber nicht mehr.


Sonntag Heimspiel gegen Straubing

Mit dem Heimspiel am Sonntag gegen die Straubing Tigers (14 Uhr) geht ein Spiele-Marathon für die Pinguins zuende. Seit dem 1. Dezember werden sie dann 16 Partien bestritten haben. Erstmals ist dann wieder eine längere Pause, weiter geht es erst am Sonntag, 15. Januar, in Wolfsburg. Eintrittskarten für das Spiel gegen Straubing gibt es online. Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG erhalten einen Euro Rabatt je Ticket.

Iserlohn - Pinguins 5:4 (1:2; 0:1; 4:1)
Tore: 0:1 (11:48) Mauermann (Bruggisser, Jensen); 1:1 (13:50) Broda (Labrie, Ziegler); 1:2 (17:50) Uher (Friesen, Eminger) bei 4/5; 1:3 (37:15) Andersen (Tyrväinen, Uher); 2:3 (43:37) Bailey (Cornel, Daugavins) bei 5/4; 3:3 (44:59) O‘Connor (Cornel, Ziegler); 4:3 (50:40) Daugavins (Poirier, Alanov); 5:3 (54:31) Rutkowski; 5:4 (59:30) Friesen (Jeglic, Bruggisser bei 5/4, EA

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Erstellt:
6. Januar 2023, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
7. Januar 2023, 22:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 4min 35sec

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