kelt sich das Weihnachtsgeschäft in Bremerhaven

© Arnd Hartmann

Ein Klassiker als Weihnachtsgeschenk sind Kaffeevollautomaten. Das ist auch dieses Jahr so, weiß Torsten Gode, Filialleiter von Expert Bening, der einen guten Weihnachtsumsatz verbucht.

So entwickelt sich das Weihnachtsgeschäft in Bremerhaven

Einzelhändler in Bremerhaven rechnen trotz schlechter Prognosen im November nun mit einem guten Weihnachtsgeschäft. Doch einige Händler beklagen Einbußen.

Doch kein Spar-Weihnachten

Einzelhändler zum Geschenke-Geschäft: Viele zufrieden, aber einige klassische Branchen leiden

Weihnachten wird doch noch was. In vielen Branchen rechnen die Händler mit einem guten Geschäft, obwohl noch vor Wochen prognostiziert wurde, dass die Kunden sich bei den Geschenken zurückhalten werden. Bei anderen bleibt die Kasse tatsächlich leer.

Torsten Gode ist zufrieden mit dem bisherigen Weihnachtsumsatz. Der Leiter der beiden Bremerhavener Filialen von Expert Bening geht davon aus, dass das Geschäft auch noch anzieht. „Die stärksten Wochenenden stehen uns bevor“, so Gode. Er erwartet am Ende einen Umsatz ähnlich wie in den Vor-Corona-Jahren. Nachgefragt werden in dem Fachmarkt für Elektronik die Klassiker: Handys, Kaffeevollautomaten, Bluetooth-Kopfhörer und Spielekonsolen. Die Kunden hätten dieses Jahr etwas länger gewartet mit den Weihnachtseinkäufen, da sie anfangs verunsichert gewesen seien, was aufgrund der steigenden Energiepreise und der Inflation an Belastungen auf sie zukäme. Aber nun sei etwas Ruhe eingekehrt, lautet seine Erkenntnis. Aber Gode hat auch von der Unruhe, den steigenden Energiepreisen, profitiert. Das Geschäft läuft seit Monaten gut. So mancher Bremerhavener habe sich eine neue und damit energiesparende Kühl-/Gefrier-Kombi oder Waschmaschine gekauft, berichtet er.

„Die Menschen wollen letztlich ja doch ein paar Geschenke unter dem Baum haben“, sagt Jörn Langfermann, Leiter von Mode Steffen im Columbus Center. Nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland rechneten im November rund 70 Prozent der Händler mit einem schlechteren Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Vom Spar-Weihnachten war die Rede. Doch seit Dezember sei der Umsatz gut und das Weihnachtsgeschäft verlaufe ähnlich wie im Vorjahr, urteilt Langfermann. Gefragt sei alles, was dick ist: Winterjacken, Thermohosen, warme Pullover, aber auch Socken und Unterhosen. Denn auch die jetzige Kälte hilft dem Geschäft. Langfermann ist zufrieden mit dem Umsatz auf Vorjahresniveau, „damit muss man in der jetzigen Zeit auch zufrieden sein“, findet er.

Die Menschen sind nach anfänglicher Zurückhaltung doch bereit, durchschnittlich 520 Euro für Weihnachtsgeschenke auszugeben, im Vor-Corona- und Vor-Inflationsjahr 2019 waren es 500 Euro, sagt Jan König, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordwest und damit auch zuständig für Bremerhaven und Umgebung. König weiß aber auch, dass die Norddeutschen etwas weniger Geld ausgeben als die Süddeutschen. Eine wichtige Rolle spiele für alle das Einkaufserlebnis und damit auch die Weihnachtsmärkte in der Innenstadt, die ein Frequenzbringer seien. Da in Bremerhaven mit der Schließung von Karstadt ein anderer Frequenzbringer vor zwei Jahren weggefallen sei, könnte der Kundenstrom aber wiederum geringer ausfallen.


Kundenstrom scheint vorbeizulaufen

An einigen kleineren Geschäften abseits der Innenstadt scheint der Kundenstrom ohnehin vorbeizulaufen. Bücher gehen eigentlich immer zu Weihnachten, aber davon spürt Uwe Steffens von der Buchhandlung Mausbuch in der Hafenstraße nichts: „Die Zahlen sind schlecht, die Menschen geben weniger Geld fürs Fest aus“, lautet seine Erfahrung. Der Umsatz sei geringer als in den schwierigen Corona-Jahren 2020 und 2021 und auch unabhängig vom Weihnachtsgeschäft habe er in den vergangenen Monaten einen Einbruch verbuchen müssen. „Wahrscheinlich werden nur die großen Händler und der Internethandel überleben, aber nicht der kleine Buchladen ums Eck“, prophezeit er.

Seit Jahren erlebe er das gleiche Spiel, urteilt auch Frank Pieper, der in Bad Bederkesa in seinem Geschäft Spielwaren verkauft. „Wenn das Internet nicht mehr liefern kann und man das Gewünschte sonst nicht bekommt, kommen die Kunden auf den letzten Drücker zu uns“, sagt Pieper. Von einem Weihnachtsgeschäft könne daher bisher nicht die Rede sein. Allein vom Spielwarengeschäft könne man als kleiner Händler ohnehin nicht mehr leben, sagt Pieper, der auch Fahrräder anbietet. Das Geschäft mit den Rädern laufe unbeirrt aller Krisen super.

Ganz anders als im Spielzeug- sieht es im Spielebereich aus, ob Brett, Gesellschafts- oder Rollenspiel: „Wir erleben einen Zuwachs. Die Leute wollen es sich zu Hause gemütlich machen und spielen“, sagt Uwe Lührs von „Der Spielspass“ in der Lloydstraße. Am 1. und 2. Advent sei das Weihnachtsgeschäft gestartet, „aber traditionell wird es an diesem Wochenende richtig anziehen“, so Lührs. Für ihn seien das Internet oder stationäre Filialketten keine Konkurrenz. „Wir haben 3.500 Spiele auf Lager, sonstige Anbieter vielleicht 200. Und das richtige Spiel für den Kunden zu finden, ist beratungsintensiv - und wir merken, die Leute haben das erkannt.“

kelt sich das Weihnachtsgeschäft in Bremerhaven

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Uwe Lührs, der das Geschäft „Der Spielspass“ betreibt, ist zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. In der Hand hält er das Familienspiel „Five Minute Mystery“, welches stark nachgefragt wird.

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Erstellt:
9. Dezember 2022, 18:07 Uhr
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