i kleine Jungen in Leherheide ihre Entführung verhindert?

© Arnd Hartmann

Der Eingang des Kinderhilfsprojektes „Sonnenblume“ in Leherheide. Zwei Kinder haben berichtet, dass sich in der Nähe ein besorgniserregender Vorfall ereignet hat.

Haben zwei kleine Jungen in Leherheide ihre Entführung verhindert?

Männer, die Kinder zu sich ins Auto locken? Solche „Mitschnacker“ haben in Bremerhaven zwei Jungen zum Mitkommen überreden wollen. Die Polizei ermittelt.

Kinder von Mitschnackern belästigt

Zwei Brüder aus der „Sonnenblume“ werden von Fremden zum Mitkommen verlockt

„Mitschnacker“ werden Menschen genannt, die mit Versprechungen Kinder zum Mitkommen bewegen - und nicht immer harmlos sind. In Leherheide haben offenbar Mitschnacker versucht, zwei kleine Jungs aus der „Sonnenblume“ in ihr Auto zu locken. Vergeblich.

Der Vorfall hat sich am vergangenen Freitagnachmittag vor der Kinderwohnung des Vereins „Sonnenblume“ zugetragen - so hat es Vereinsgründerin Cornelia Rönnefahrt in den sozialen Netzwerken vermeldet.

Die Polizei Bremerhaven bestätigt am Montag auf Nachfrage, dass sie aktuell ermittelt. „Es handelt sich nach bisherigen Erkenntnissen lediglich um einen Einzelfall, der hier geprüft wird“, so die Auskunft von Polizeisprecher Jens Ammermann. „Den ersten Aussagen der Kinder vor Ort gehen wir selbstverständlich nach.“ Die Kinder würden auch durch das Fachkommissariat angehört, die zuständige Kontaktbeamtin stehe mit der Einrichtung in Verbindung, „um hier keine unbegründeten, voreiligen Schlüsse zu ziehen und andere Eltern in Sorge zu versetzen“.


Jungs werden auf dem Heimweg von fremden Männern festgehalten

Nach gesicherten Informationen der NORDSEE-ZEITUNG hatte sich der Vorfall am Freitagnachmittag so zugetragen:

Zwei Brüder, 7 und 9 Jahre alt, waren gegen 17.30 Uhr begleitet von einem dritten Kind in der „Sonnenblume“ aufgebrochen, um nach Hause zu gehen.

Als die Brüder über den Parkplatz auf der Rückseite des Kinderwohnung-Hauses an der Hans-Böckler-Straße liefen, sind sie nach ihren Aussagen von zwei Männern angesprochen worden, ob sie Schokolade haben wollten. Dazu müssten sie mit ihnen, den Männern, nach Hause fahren. Das dritte Kind hat die Szene aus der Entfernung mitgekriegt.

Als die Jungen ablehnten, weil sie sofort nach Hause müssten, sei einer von ihnen festgehalten und es sei versucht worden, ihn ins Auto zu ziehen. Einer der Männer habe - so erzählen es die Kinder später - eine Maske getragen. Der Junge habe sich gewehrt, es gelang den Kindern, schnell zurück in die Kinderwohnung zu laufen.

Dort haben sie den Betreuungskräften den Vorfall geschildert. Die Eltern dieser und der noch in der Sonnenblume spielenden Kinder seien sofort verständigt und ums Abholen ihrer Kinder gebeten worden.

Die Eltern der Brüder haben Anzeige bei der Polizei erstattet.

Sonnenblume-Gründerin Cornelia Rönnefahrt hatte den Vorfall am Sonntag auf ihrer Facebookseite vermeldet und sich für das besonnene Verhalten der Betreuungskräfte und das umgehende Reagieren der Polizei bedankt.

Gegenüber der NZ betont sie nun: „So etwas habe ich in den 16 Jahren seit Bestehen der Sonnenblume nicht erlebt. Es hat sich jetzt als richtig erwiesen, dass wir immer wieder aufklären und mit allen Kindern üben, wie sie sich im Fall solcher ‚Angebote‘ Fremder gegenüber richtig verhalten. Deswegen haben die beiden Jungs in dem Moment toll reagiert.“

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Erstellt:
11. Januar 2023, 08:00 Uhr
Lesedauer:
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