Corona-Mehrfachinfektionen sind gefährlicher

© Bernd Weißbrod/dpa

Der Bremer Virologe Professor Andreas Dotzauer rät weiterhin zum Maskentragen in Innenräumen.

Virologe: Corona-Mehrfachinfektionen sind gefährlicher

Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer warnt, dass Corona-Mehrfachinfektionen gefährlicher sind. Er beruft sich auf eine Studie aus den USA.

„Zweite Infektion ist gefährlicher“

Mehr Bremer und Bremerhavener stecken sich erneut mit Corona an

Wer sich zum zweiten Mal oder gar mehrfach mit Corona infiziert, hat nicht nur ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf. Auch Organschäden und Langzeitfolgen seien wahrscheinlicher, warnt der Bremer Virologe Andreas Dotzauer.

Immer mehr Bremer und Bremerhavener stecken sich erneut mit dem Coronavirus an. Nach Angaben von Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts, zeichnet sich ein grober Trend ab: Während der Anteil der Reinfektionen bislang in Bremen bei etwa fünf Prozent lag, stieg dieser Wert in den Monaten September bis November auf etwa 15 Prozent. Das Problem: Da viele Infizierte keinen PCR-Test mehr machen, sei die Dunkelziffer hoch, vermuten Fuhrmann und auch Professor Andreas Dotzauer von der Universität Bremen.

Der Bremer Virologe warnt davor, dass Mehrfachinfektionen mit dem Coronavirus gefährlicher seien, als wenn man sich nur einmal anstecke. Er beruft sich auf eine Studie aus den USA. Forschende der Washington University School of Medicine in St. Louis hatten herausgefunden, dass wiederholte Corona-Reinfektionen ein erhebliches zusätzliches Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen - zum Beispiel Probleme mit Lunge, Herz, Gehirn und Blut, aber auch mit dem Muskel-Skelett-System oder dem Magen-Darm-System.


Das Sterberisiko steigt bei Mehrfachinfektionen

„Die Studie zeigt, dass bei Mehrfachinfektionen das Sterberisiko steigt und auch die Wahrscheinlichkeit, dass man ins Krankenhaus eingewiesen werden muss“, sagt Dotzauer. Das Risiko für eine schwere akute Erkrankung und für Organschäden erhöhe sich damit, auch Langzeitwirkungen könnten sich verstärken und länger andauern, zum Beispiel Lungenprobleme. Bei Diabetikern habe man beispielsweise gesehen, dass durch eine Corona-Erkrankung die Zuckerwerte ansteigen könnten. „Das verschlimmert sich bei einer zweiten Infektion mit dem Coronavirus, das pendelt sich dann wieder ein, aber dauert länger“, so Dotzauer weiter. Ebenso könne dies Menschen treffen, die an Bluthochdruck leiden. „Der kann außer Kontrolle geraten, das verschlimmert sich mit jeder erneuten Infektion“, sagt der Virologe.

Dotzauer rät daher dazu, möglichst Infektionen zu vermeiden und in Innenräumen weiterhin Maske zu tragen sowie bei Gesprächen Abstand zu halten. Dass man eine „Bombenimmunantwort“ habe, wenn man sich zum zweiten Mal infiziere, sei ein Trugschluss. „Der Immunschutz nach einer Infektion und Impfung ist nicht so langanhaltend, wie wir uns das wünschen würden“, sagt der Arzt. „Nach einigen Monaten wird sie schwächer.“ Das Risiko, sich erneut zu infizieren, steige wieder.

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Erstellt:
5. Dezember 2022, 15:47 Uhr
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